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Hunderatgeber - Fahrrad- und Radsportratgeber

Eine Radtour mit dem Hund - Tipps

Fahrradfahrerin mit Hund im Korb / Radtour mit Hund Nicht jeder Hund kann lange Strecken laufen. Ein Fahrradkorb für den Hund eignet sich für lange Radtouren. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Hunde brauchen täglich viel Auslauf. Wer seinen Hund mal mehr als nur die übliche Gassirunde gönnen möchte, der nimmt ihn mit auf eine Radtour. Dabei bietet man seinem Vierbeiner eine schöne Abwechslung und eine gute Möglichkeit zum Auspowern. Tierärzte empfehlen dies sogar, aber nur, wenn der Vierbeiner auch dazu geeignet ist, denn nicht jede Hunderasse hat die entsprechende körperliche Voraussetzung. Bevor Sie Ihren Hund auf eine lange Fahrradtour mitnehmen, gilt es einige Tipps bezüglich Strecke, Hund und Fahrrad zu beachten. Wir verraten Ihnen, welche Fehler Sie bei der Radtour mit dem Vierbeiner vermeiden sollten.

Hunderassen für Radtouren

Zunächst sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass nicht jeder Hund für einen derartigen Lauf geeignet ist. Während so beispielsweise der Jack Russel Terrier stundenlang neben Ihnen herrennen könnte, bedeutet diese Anstrengung für einen Mops Schnappatmung. Behalten Sie Ihren Hund während der Fahrt im Auge und überfordern Sie ihn nicht.

Kriterien für ungeeignete Hunderassen

Kleinere Hunde, die unter einer Schulterhöhe von 35 cm sind, haben es schwer, mit einem Fahrrad längere Distanzen mitzuhalten. Auch ältere, übergewichtige und kranke Hunde sowie Welpen haben auf einer Radtour nichts zu suchen. Wer eine Rasse besitzt, die einen großen Jagdtrieb hat, der sollte auch lieber die normale Gassirunde bevorzugen, denn diese Rassen könnten sich zu schnell ablenken lassen und schon kann es gefährlich werden.

Kriterien für geeignete Hunderassen

Alter, Gesundheit und Fitness sind wesentliche Komponenten, die es zu berücksichtigen gilt. Hinsichtlich des Alters sei bemerkt, dass nur ausgewachsene Hunde neben dem Fahrrad herlaufen sollten – Welpen haben hier nichts verloren. Erst ab eineinhalb bis zwei Jahren ist das Knochengerüst ausgebildet und gehärtet. Grundsätzlich kann jeder ausgewachsene, gesunde Hund am Rad mitlaufen – das ist nur eine Frage des Trainings und der gegenseitigen Rücksichtnahme. Als Hundebesitzer kennen Sie Ihren Hund aber am besten und wissen, ob Ihr Hund für so eine Radtour geeignet ist oder nicht. Sie sollten aber vor einer Tour austesten, wie Ihr Hund folgt und auf das Laufen neben dem Rad reagiert.

Vorsicht vor Überanstrengung

Bild Fahrradtour mit Hund Mit unseren Tipps sind Sie für die Fahrradtour mit dem Hund gut gewappnet.

Pausen einlegen für den Hund

Vielen Hunden gefällt es so sehr, neben dem Fahrrad her zu rennen, dass sie sich schnell überanstrengen und deshalb sollten die Besitzer bei den kleinsten Anzeichen von Erschöpfung sofort eine Pause einlegen. Mehrmals kleinere Strecken konditionieren den Hund besser und schonender als gleich eine große Strecke zu fahren.

Sommerhitze und Radfahren

Der verantwortungsbewusste Hundehalter lässt bei drückender Sommerhitze das Rad stehen. Hunde können nicht schwitzen, zudem erreicht sie unten am Boden kein Fahrtwind. Wer nicht auf das Radeln mit Hund verzichten möchte, sollte die Touren in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen. Achten Sie im Sommer darauf, dass Sie immer etwas Wasser für den Vierbeiner bei sich führen bzw. unterwegs an Bächen oder Seen halten.

Gehorsamkeit des Hundes als Voraussetzung

Bevor Sie sich mit dem Hund ans Fahrrad wagen, sollte der Hund die wesentlichen Befehle beherrschen. Zu diesen gehören „Fuß“, „Stopp“ und „Weiter geht’s“. Trainieren Sie die Befehle im Vorfeld regelmäßig beim täglichen Spaziergang. Nur wenn der Hund pariert, können Sie zu Rad Spaß haben. Wenn Sie radeln und Ihr Hund frei umher rennt ist es selbstredend grundlegend, dass er abrufbar ist – bedenken Sie, dass Sie auf dem Rad sitzend nur einen beschränkten Handlungsspielraum haben. Der Hund sollte auch in jeder Situation an lockerer Leine gehen können - sei es bei einem unangekündigten Richtungswechsel oder unter großer Ablenkung.

Hunde und Fahrrad im Verkehr

Bild Hund an der Leine Vor der Tour sollte Ihr Hund schon gut neben dem Fahrrad laufen können und auf Kommandos hören.

Verkehrstraining für den Hund

Beginnen Sie zunächst mit einer einfachen Trockenübung: Schieben Sie das Fahrrad links von Ihnen und halten Sie den Hund rechts bei Fuß. Bauen Sie Richtungswechsel und Kurven ein und variieren Sie das Tempo ein wenig. Achten Sie darauf, dass der Hund nach Möglichkeit auf gleicher Höhe des Sattels bleibt. Auf diese Weise kann er sich langsam an den Drahtesel gewöhnen. Steigern Sie die Übung, indem Sie das Fahrrad anschließend zwischen sich nehmen. Geben Sie Ihrem Hund genügend Zeit, sich an die ungewohnte Situation zu gewöhnen – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Für die ersten Versuche mit fahrendem Rad sollten Sie einen ruhigen Platz ohne Verkehr und viele Menschen wählen.

Regeln im Verkehr

Auch bei der Radtour sind Regeln zu beachten. So sollte der Vierbeiner auf Wadenhöhe rechts neben dem Fahrrad laufen, um möglichst viel Abstand zu den Autos zu haben. Außerdem sollte der Hund auf Kommandos hören wie zum Beispiel „bei Fuß“. Diese Verhaltensregeln probt man lieber vor der Tour, denn so macht der erste Ausflug doch gleich viel mehr Spaß. Sollte Ihr Hund da noch Probleme haben, neben dem Fahrrad zu laufen oder auf Kommandos zu hören, sollten Sie die Tour lieber verschieben. Üben Sie dann lieber so lange, bis der Hund alle Kommandos und Verhaltensregeln verinnigt hat. Nur so kann auch ein längerer Ausflug ohne Probleme stattfinden und jeder hat daran Freude.

Ausrüstung für die Fahrradtour

Eine geeignete Ausrüstung gehört genauso dazu wie die gute Vorbereitung. Ein gut sitzendes Geschirr, um Stauchungen im Nackenbereich zu vermeiden, ist das beste Equipment, denn die Leine an dem Halsband anzubringen ist nicht nur für den Zweibeiner zu unsicher und gefährlich. Für das Fahrrad gibt es sogenannte Springer. Dies ist eine federnde Vorrichtung, welche am Fahrrad angebracht wird und abrupte Stopps oder Zerren an der Leine abfängt. Die Hände bleiben dabei frei und so hat auch der Zweibeiner mehr Spaß an der Freude. Darüber hinaus gibt es Abstandhalter, die in der Mitte des Rads angebracht werden. Sie gewährleisten, dass der Hund nicht vor oder hinter das Rad laufen kann, d. h. er bleibt auf einer Höhe mit dem Radfahrer. Weitere Tipps für die Ausrüstung der Radtour lesen Sie hier: Planung, Organisation und Durchführung einer Radtour.

Vermeiden von Verletzungen des Hundes

Bild Fahrradfahrerin mit Hund im Fahrradkorb Nach einer langen Tour sollten Sie die Pfoten des Hundes überprüfen.

Pfoten prüfen und pflegen

Nach der Tour sollte eine sofortige Untersuchung stattfinden. Sind die Pfoten aufgerissen oder befinden sich Steinchen darin, so müssen diese sofort behandelt oder beseitigt werden. Bei Rissen hilft Melkfett, damit die Pfoten wieder geschmeidig werden. Sind Steinchen zwischen den Zehen, müssen diese sofort entfernt werden und die Pfote sollte zusätzlich auf Verletzungen untersucht werden. Hat der Vierbeiner alles schadlos überstanden und hat es ihm gefallen, so kann die nächste Tour schon geplant werden.

Radtour im Wald

Wer oft lange Strecken mit Hund und Rad zurücklegt, sollte zudem asphaltierte Straßen meiden. Die empfindliche Haut an den Fußballen des Hundes kann bei zu langem Laufen schnell verletzt werden. Der Bodenbelag sollte also gut gewählt werden, denn Waldboden oder Feldwege eignen sich sehr viel besser für die Pfoten als Asphalt oder Schotter. Fahren Sie mit einem angemessenen Tempo bzw. passen Sie dieses an den Hund an – während Sie nur leicht in die Pedale treten müssen, ist die Tour für den Hund ein anstrengendes Fitnessprogramm.

Die 10 goldenen Regeln des Radfahrens mit Hund

  1. Beobachten Sie den Hund während der Fahrt und machen Sie ausreichend Pausen.
  2. Zu junge, alte oder kranke Hunde sind von Radtouren ausgeschlossen.
  3. Step by step: Steigern Sie die Laufleistung langsam. Dies gilt gleichermaßen für die Strecke als auch das Tempo.
  4. Lassen Sie das Rad während der heißen Sommermonate stehen, um eine Überhitzung des Hundes zu vermeiden.
  5. Bieten Sie dem Hund unterwegs Wasser an.
  6. Meiden Sie asphaltierte Straßen. Besser: Wald- und Wiesenwege.
  7. Abgasreiche Strecken und das Fahren im Straßenverkehr sollten vermieden werden.
  8. Meiden Sie stark befahrene Radwege.
  9. Wickeln Sie die Leine nicht ums Lenkrad.
  10. Füttern Sie den Hund niemals unmittelbar vor der Radtour.
Bild Hund neben Fahrrad Optimal als Laufstrecke für den Hund sind Wald und Graswege.

Fahrradtransport- und Fahrradkorb-Inserate

Falls sich Ihr Hund bei der Fahrradtour doch verletzt oder überanstrengt, sollten Sie besonders bei längeren Radtouren mit einem geeigneten Fahrradtransport vorsorgen. Kleinere Hunderassen wie Chihuahua kommen am besten nach einem Lauf in den Fahrradkorb. Wenn Sie selbst einen gebrauchten Fahrradtransport für Hunde verkaufen möchten, nutzen Sie die Möglichkeit bei markt.de eine kostenlose Kleinanzeige zu inserieren.

 

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