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Tierratgeber  - Hunderassen

Deutscher Boxer Rasseportrait - Charakter, Farben und Zucht

Alle Information rund um die beliebte Hunderasse

Kurzinfo:

Ursprungsland Deutschland
Fellfarben Gelb oder gestromt
Lebenserwartung 10 - 12 Jahre
Gewicht Rüden: 30 - 32 kg, Hündinnen: 25 - 27 kg
Widerristhöhe Rüden: 57 - 63 cm, Hündinnen: 53 - 60 cm
Besonderheiten Selbstbewusst, ausgeglichen, ruhig
FCI-Standard Nr. 144, Gruppe 2, Sektion 2.1
Grafik Deutscher Boxer Der Deutsche Boxer passt zu unternehmungsfreudigen, naturliebenden und sportlichen Menschen.

Passt ein Deutscher Boxer zu mir?

Ein perfekter Haus- und Familienhund - so lässt sich der Deutsche Boxer durchaus betiteln. Zu Beginn steht seine große Bereitschaft sich unterzuordnen, was die Erziehung sehr erleichtert. Schon immer bekannt sind seine Loyalität und Treue gegenüber seinem Herrn und Haus, die damit verbundene Wachsamkeit und sein Mut bei der Verteidigung. Der Boxer unterscheidet sehr präzise und folgerichtig: Er ist harmlos in der Familie, hat jedoch ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber Fremden; er ist fröhlich und ausgelassen beim Spiel, aber furchtlos und zielsicher im Ernstfall. Der Boxer ist auf Grund seines Charakters als Dienst-, Schutz- und Begleithund geeignet. Ein Deutscher Boxer zeichnet sich durch Agilität und einen großen Bewegungsdrang aus. Besonders in jungen Jahren will diese Hunderasse regelmäßig artgerecht beschäftigt werden. Somit passt ein Deutscher Boxer insbesondere zu unternehmungslustigen Menschen, die genug Zeit haben, um mit dem Hund eine Hundeschule zu besuchen und vielleicht die Begleithundeprüfung zu absolvieren, oder die die erforderliche Fitness mitbringen, um mit ihrem Boxer Agility zu machen. Menschen, die Spaß am Joggen oder Radfahren haben, werden in einem Boxer einen begeisterten Weggefährten finden. Ein Deutscher Boxer ist durchaus ein Familienhund. Kinder ab einem Alter von zwölf Jahren können sich über einen wachsamen Gefährten und Freund sowie einen immer zum Spiel und Spaß bereiten Sparringspartner an ihrer Seite freuen. Grundsätzlich passt der Boxer zu aktiven, sportlichen Menschen. Aufgrund seiner Größe ist er in einer Erdgeschosswohnung mit Garten auf jeden Fall besser aufgehoben als in einer Dachgeschosswohnung. Der Boxer ist sehr menschenbezogen und somit perfekt für Halter geeignet, die vorzugsweise mit Hund in Urlaub fahren möchten.

Beschreibung (analog VDH)

Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) legt bestimmte Regeln für die Hundezucht fest. Unter anderem sind in diesen Regeln das Aussehen, Gewicht und Fell definiert.
Allgemein   Der Deutsche Boxer ist ein mittelgroßer, glatthaariger, stämmiger Hund mit kurzem, quadratischem Gebäude und starken Knochen. Die Muskulatur ist trocken, kräftig entwickelt und plastisch hervortretend. Die Bewegungen sind lebhaft, voll Kraft und Adel. Der Deutsche Boxer darf weder plump oder schwerfällig, noch leibarm oder windig erscheinen.
Kopf Schädel Der Oberkopf soll möglichst schlank und kantig sein. Er ist leicht gewölbt, weder kugelig kurz, noch flach und nicht zu breit, der Hinterkopf nicht zu hoch.
Fang Der Fang sei mächtig entwickelt in den drei Dimensionen des Raumes, also weder spitz noch schmal, kurz oder flach.
Augen Die dunklen Augen sind weder zu klein noch hervorquellend oder tief liegend. Der Ausdruck verrät Energie und Intelligenz, er darf nicht drohend oder stechend sein. Die Lidränder müssen eine dunkle Farbe haben.
Hals   Im Verhältnis zum Körper und Kopf von guter Länge. Er ist trocken und muskulös. Die Linienführung ist aufsteigend und gefällig gebogen. Seine Haltung ist aufrecht und zeigt viel Adel.
Körper Brust Tief, bis zu den Ellenbogen reichend. Die Brusttiefe beträgt die Hälfte der Widerristhöhe. Gut ausgebildete Vorbrust. Die Rippen gut gewölbt, aber nicht tonnenförmig gerundet und weit nach hinten reichend.
Rücken Soll einschließlich der Lendenpartie, kurz, fest, gerade, breit und stark bemuskelt sein.
Rute   Der Ansatz eher hoch als tief. Die Rute bleibt naturbelassen.
Pfoten Vorderpfoten Klein, rund, geschlossen; dick gepolsterte Ballen mit harten Sohlen.
Hinterpfoten Etwas länger als die vorderen, geschlossen; dick gepolsterte Ballen mit harten Sohlen.
Haarkleid Haar Kurz, hart, glänzend und anliegend.
Farbe Gelb oder gestromt mit "schwarzer Maske".
Gelb kommt in verschiedenen Tönen vor, von hellgelb bis dunkelhirschrot, jedoch sind die in der Mitte liegenden die schönsten (= rotgelb).

Körperbau und Aussehen

Der Körper des Deutschen Boxers ist kräftig, seine Statur stämmig, die Knochen stark. Die Muskeln sind gut ausgebildet und treten deutlich sichtbar hervor. Die Widerristhöhe entspricht der Körperlänge, man spricht von quadratischem Körperbau (57 - 63 cm bei Rüden, 53 - 59 cm bei Hündinnen). Das Gewicht beträgt mindestens 30 kg, bzw. ungefähr 25 kg. Typisches Merkmal ist des Boxers Vorbiss, also das Ragen des Unterkiefers über den Oberkiefer. Das Fell ist kurz, hart, glänzend und eng anliegend. Neben den Standardfarben gibt es einige zugelassene Tönungen, von hellgelb bis dunkelhirschrot. Weiße Abzeichen sind möglich, aber seltener. Kupierte Ruten und Ohren sind in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern auch beim Boxer verboten.

Geschichte und Herkunft

Bild Deutscher Boxer Welpe Der Deutsche Boxer gilt als besonders treuer und loyaler Weggefährte des Menschen.

Man geht davon aus, dass der Brabanter Bullenreißer direkter Vorfahre des Deutschen Boxers ist. Dieser wurde im Mittelalter an europäischen Fürstenhöfen zur Jagd gezüchtet. Schon damals wurden Hunde mit breitem Maul in die Zucht gegeben, um das Festhalten der Beute zu begünstigen. Nachdem sich die Jagd mit Gewehren immer mehr durchsetzte, verloren die Bullenbeißer ihre Aufgabe und wurden in der Folgezeit mit der verwandten Bulldogge gekreuzt. Der Name stammt von dem Münchener Spottbegriff "Bierboxer", den diese dort weit verbreiteten Hunde erhielten. In München gründete sich 1895 schließlich auch der erste Boxer-Klub, der 1904 erstmals einen Standard festlegte und diesen bis heute überwacht. Immer wieder erfahren einzelne Boxer Popularität und Berühmtheit in Film und Fernsehen.

Pflege und Gesundheit

Der Boxer ist ein außergewöhnlich ausdauernder Hund. Er hat ein offenes Wesen und gilt als besonders treuer Weggefährte. Dynamik und Kraft deuten darauf hin, dass er unbedingt ein hohes Maß an körperlicher Aktivität benötigt. Der Boxer steckt voller Energie und ist in mancher Hinsicht aber empfindlich. Seine einzigartigen Besonderheiten bedürfen eine präzise auf seinen Bedarf abgestimmte Ernährung. Der typische Boxer ist ein nervenstarker Hund und immer in Bewegung. Wenn er läuft und springt sind seine Gelenke starken Belastungen ausgesetzt. Die Nahrung eines Boxers muss ausreichend Kalorien enthalten, um seinen Energiebedarf abzudecken und seine Muskulatur zu erhalten. Mit Feuchtigkeit und hohen Temperaturen kommt er aufgrund seines runden Kopfes weniger zurecht.

Der Deutsche Boxer gehört von Zeit zu Zeit ordentlich gebürstet. Eine Bürste mit kürzeren Borsten eignet sich für ein solches Vorhaben und damit werden die abgestorbenen Haare des Unterfells entfernt (s. Ratgeber Fellpflege ). Er liebt Ballspiele und Apportieren von Bällen über alles. Auch eine gemeinsame Fahrradtour bei der er daneben herlaufen kann, erfreut sein Herz (s. Radtour mit dem Hund ). Der Bewegungsdrang von Deutschem Boxern ist überwältigend und will schließlich gestillt werden. Die Erziehung eines solchen Hundes gestaltet sich nicht immer einfach. Da er seinen eigenen Kopf beweist. Viel Ruhe und Geduld macht sich aber bei der Erziehung bezahlt. Der Deutsche Boxer ist seinem Herrchen immer zugetan und auch Kinder kann er gut leiden.

Dieser Hund ist für verschiedene Herzerkrankungen bekannt. Diese sind der häufigste Grund für einen Besuch beim Tierarzt. Ein erhöhtes Risiko für Tumorerkrankungen wird diesem Hund ebenfalls nachgesagt. Trotz seiner dynamischen, kräftigen Erscheinung voller Würde und Energie bedarf sein großes Herz besondere Beachtung.

Deutscher Boxer: Familienhund und Wachhund

Bild Deutscher Boxer von Oben Der Deutsche Boxer möchte am liebsten sehr viel Zeit mit seinem Besitzer verbringen.

Heute wird der Deutsche Boxer eher selten als Diensthund eingesetzt, dafür ist er als Familienhund umso beliebter. Sein sanftmütiger Charakter sowie seine Anhänglichkeit, mach ihn zum idealen Begleit- und Familienhund. Der äußerst kinderliebe Boxer ist sehr verspielt und benötigt ausreichend Beschäftigung. Unliebsame Verhaltensweise sind meist ein Zeichen für Langeweile und ungenügender Auslastung. Da der Deutsche Boxer als sehr eigensinnig gilt, ist eine konsequente und liebevolle Erziehung von Nöten. Bringen Sie Ihrem Boxer bei, seine Kraft dort einzusetzen, wo es wirklich nötig ist. Eine Hundeschule sollte bei der Erziehung frühzeitig helfen (s. Tipps zur Hundeschule). Aktive Menschen finden in Ihrem Boxer den idealen sportlichen Begleiter und auch Kinder, können mit ihm herumtollen. Verfügen Sie über keinen großen Garten, sollten Sie mehrmals mit Ihrem Boxer spazieren gehen. Für Faulenzer und Spätaufsteher ist diese Hunderasse daher eher ungeeignet.

Zucht

Die meisten Boxer-Züchter sind im Internationalen Boxer-Club Zucht- und Gebrauchshundeverein Deutschland e.V. (IBC) mit Sitz in Hamburg organisiert, der Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen ist. Über Kleinanzeigen finden Sie Welpen und andere Inserate für Deutsche Boxer. Von Kreuzungen des Boxers mit anderen Hunderassen, wie dem Boxerdoodle - eine Mischung aus reinrassigem Boxer und Pudel - ist eher abzuraten.


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