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Hunderatgeber

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Wissenswertes zum Thema Futtermittelunverträglichkeit

Bild Hund mit Napf Eine Futterunverträglickeit bei Hunden ist nichts seltenes. (Einfach klicken zum Vergrößern!)

Was sind Anzeichen einer Futtermittelunverträglichkeit beim Hund und was kann ich dagegen tun?

Fast jeder Hund wird irgendwann in seinem Leben bei einem Futter unerwünschte Reaktionen erleben. Hierbei kann es sich um eine Intoleranz handeln, wo eine sofortige Reaktion auf Inhaltsstoffe des Futters wie z. B. Durchfall durch Lactose auftritt. Von einer richtigen Futtermittelunverträglichkeit oder auch Futtermittelallergie spricht man, wenn der Körper bzw. das Immunsystem auf Grund einem oder mehreren Bestandteilen des Futters überreagiert.

Die Symptome einer Futtermittelunverträglichkeit

In der Regel sind die Krankheitszeichen bei einer Futtermittelunverträglichkeit wenig spezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Die häufigsten Symptome sind:

  • Blähungen
  • Häufiges Erbrechen (Verstopfung kommt seltener vor)
  • Durchfälle
  • Haarausfall oder Juckreiz mit schuppiger Haut
  • Hautentzündungen
  • gelegentlich schlechter Appetit
  • Antriebsschwäche und Appetitlosigkeit
  • Niesen, Husten, Schnupfen und gerötet Augen
  • Wachstumsstörungen bei jungen Tieren

Jedoch kann eine richtige Diagnose nur vom Tierarzt gestellt werden, da die Symptome nur schwer von anderen Krankheiten unterschieden werden können. Beim Tierarztbesuch wird vorab eine allgemeine Untersuchung durchgeführt und der Arzt fragt nach dem Fressverhalten, dem Futter und nach besonderen Verhaltensweisen des Hundes. Zur Absicherung der Diagnose wird der Arzt noch eine Kot- oder Blutuntersuchung anordnen.

Diagnose und Diät

Wenn andere Krankheiten ausgeschlossen werden können, geht es darum, den Inhaltsstoff welcher die Unverträglichkeit auslöst, zu identifizieren. Hier kommt eine spezielle Diät für den Zeitraum von etwa 10 Wochen in Frage, in dem nur spezielles Diätfütter ohne Leckereien verabreicht wird. Eine weitere Möglichkeit ist die Fütterung von einem Basisstoff wie etwa Kohlenhydrate zusammen mit neuem Hundefutter, da dieses keine erneute allergische Reaktion hervorrufen kann und dem Hund geht es bald wieder besser.

Die Fütterung bei einer Futtermittelunverträglichkeit

Bild Futternapf mit selbstgemachten Hundefutter Selbst zubereitetes Futter ist eine Möglichkeit, um auf die Futterunverträglichkeit zu reagieren.

Wenn die Diät überstanden und die Symptome verschwunden sind, kann man entweder das Futter selbst zu bereiten oder auch auf hypoallergenes Futter umsteigen. Bei Fertigfutter aus dem Handel wird leider oft nicht deutlich deklariert, welche Futterzutaten und Fleischsorten mit verarbeitet wurden. Zumeist enthalten die Futtersorten neben der klar ersichtlichen Fleischsorte noch weitere Fleischsorten und sind deshalb für eine hypoallergene Hundeernährung nicht geeignet. Mit einem selbst zubereiteten Futter wird man deshalb mehr Erfolg erzielen, jedoch ist darauf zu achten dass genug Eiweißquellen wie Geflügel- Hühnerfleisch oder Pute eingesetzt werden. Auch mageres Lamm- oder Kaninchenfleisch und Fisch deckt den Eiweißbedarf. Der Kohlenhydratbedarf kann mit Reis oder gekochten Kartoffeln gedeckt werden, von Soja, Bohnen und Mais bitte absehen genauso wie von Getreide- und Weizenprodukten. Wenn man zum Futter Lein- oder Distel-Öl dazu gibt, hat man nicht nur einen super Energielieferanten, sondern führt dem Tier auch die wichtigen Omega-3- und -6-Fettsäuren sowie Vitamin E zu. Das Futter täglich selbst zu zubereiten ist nicht einfach, die Ernährung muss ausgeglichen und dem Hund angepasst sein.

Immer mehr Hunden schlagen verschiedene Bestandteile im Futter auf den Magen. Laut Statistiken soll mittlerweile jeder dritte Vierbeiner von einer Futtermittelunverträglichkeit betroffen sein. Der Grund hierfür sind Zutaten, die nicht artgerecht sind und von vielen Hunden daher nicht vertragen werden. Nachfolgend erfahren Sie, welche Unverträglichkeiten häufig auftreten, was Sie dabei beachten sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Was bedeutet Unverträglichkeit in Bezug auf das Futter?

Bei Futterunverträglichkeiten reagiert der Körpers des Hundes meist auf ein spezielles Protein (Eiweißstoff) von bestimmten Fleisch- oder Getreidesorten. Kohlenhydrate kommen allerdings ebenso als Auslöser vor. Meist handelt es sich dabei um Unverträglichkeitsreaktionen, die verzögert auftreten und selbst dann vorkommen, wenn das gleiche Futter schon mehrere Monate oder Jahre gefüttert wurde. Grundsätzlich gilt: Je länger der Hund den unverträglichen Stoff mit dem Futter aufnimmt, desto eher wird er für diesen sensibilisiert. Eine Futtermittelallergie ist letzten Endes eine immunologische Abwehrreaktion der Antikörper auf bestimmte Allergene.

Welche verschiedenen Futtermittelunverträglichkeiten gibt es?

An erster Stelle ist bei den Unverträglichkeiten das Getreide zu nennen. Es gehört bei den Hunden nicht zum natürlichen Nahrungsspektrum, sodass sie es nur schlecht verwerten können. Die Folgen sind Magen- und Darmprobleme, Fellausfall, Hautekzeme, Maulgeruch, Gewichtsverlust bis hin zur Apathie, die sich durch eine Nicht-Ansprechbarkeit, Teilnahmslosigkeit, fehlende Reaktionen auf äußere Reize und eine scheinbare Gefühllosigkeit äußert. Eine Ernährung ohne Getreide ist zudem bei verschiedenen Erkrankungen sinnvoll, beispielsweise bei einer Entzündung der Gelenke und Bauchspeicheldrüse. Auch Laktose, Rindfleisch oder qualitativ minderwertige Fleischnebenerzeugnisse wie Schlachtabfälle können eine Unverträglichkeit auslösen. Bestimmte Faktoren unterstützen die Unverträglichkeit, beispielsweise künstliche Futterzusatzstoffe, aber auch verschiedene Medikamente, Infektionen, Entzündungen, operative Eingriffe, Parasiten und Pilzsporen können den Verdauungstrakt schädigen, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Unverträglichkeit erhöht wird.

Die bekanntesten Auslöser einer Allergie und Intoleranz sind:

Bild weißer Hund mit brauem Fleck am Auge Junge Hunde sind häufiger von Futterunverträglichkeiten betroffen.
  • Rindfleisch
  • Lamm-, Pferde- und Schweinefleisch
  • Eier
  • Milchprodukte
  • Fisch
  • Getreide- oder Sojaprodukte

Das Immunsystem spielt bei Intoleranzen keine Rolle, denn es handelt sich stets um eine Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe des Futters. Das Immunsystem kann aber für den Ausbruch mit verantwortlich sein, da die Immunabwehr die ungefährlichen Substanzen im Futter als "feindlich" ansieht und somit eine allergische Reaktion auslöst.

Weitere schädliche Einflüsse, die eine Unverträglichkeit begünstigen können:

  • Alter: Eine Futtermittelunverträglichkeit wird häufiger bei jungen Tieren beobachtet. Auch der Schweregrad der Reaktionen ist bei ihnen höher.
  • Rasse: Grundsätzlich kann eine Futterallergie bei Hunden jeden Alters und Geschlechts sowie aller Rassen auftreten. Bestimmte Rassen entwickeln jedoch eher einer Unverträglichkeit, beispielsweise West Highland White Terrier, Irische Setter, Cocker Spaniel, Labrador, Golden Retriever und Deutscher Schäferhund.

Wie werden Futtermittelunverträglichkeiten diagnostiziert und welche Tipps hinsichtlich der Behandlung gibt es?

Es gibt mittlerweile zwei Möglichkeiten, um eine Unverträglichkeit ziemlich sicher festzustellen. Dazu gehört eine Ausschlussdiät über mehrere Wochen hinweg oder eine Blutuntersuchung, die allerdings auch falsche Ergebnisse liefern kann und somit häufig nicht aussagekräftig ist. Tierfachärzte, die auf Futtermittelallergien spezialisiert sind, greifen daher in erster Linie auf die Ausschlussdiät zurück. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Diätfutter, das selbst zubereitet wird, eine Diät, die mit nur einer Eiweißquelle erfolgt oder eine Nahrung, in der ausschließlich hydrolysierte Proteine enthalten sind.

  1. Selbst zubereitete Diät: Ein selbst hergestelltes Diätfutter besteht aus nur einer Kohlenhydratquelle in der Kombination mit einer einzigen Proteinquelle, mit der der Hund vorher noch nicht in Kontakt kam. Als Kohlenhydratquellen dienen gewöhnlich Reis oder Kartoffeln und die Proteinquelle kann zum Beispiel aus den folgenden Fleischsorten ausgewählt werden: Kaninchen, Strauß oder Pferd. Ein geringes Risiko für allergische Reaktionen hat auch Geflügelfleisch wie Hühnerfleisch oder Pute.
  2. Futter auf der Basis von nur einer Proteinquelle: Die zweite Möglichkeit ist, fertiges Diätfutter zu verwenden, welches nur eine Quelle für Proteine enthält.
  3. Diätfutter mit hydrolysierten Proteinen: Zudem ist eine Diät mit so genannten hydrolysierten Eiweißen (Proteinen) möglich. Da diese bereits stark zerkleinert sind, reagiert der Körper nicht mehr allergisch darauf. Bei einem hypoallergenen Futter ist es wichtig, dass der Hund es sechs bis neun Wochen lang erhält und er in dieser Zeit nur die Ausschlussdiät frisst. Der Hund darf während des Zeitraums keine Snacks, Kekse, kein Brot, keine Wurst usw. zu sich nehmen. Selbst kleinste Mengen der Allergene in diesen Lebensmitteln können zu einer allergischen Reaktion führen, sodass Sie wieder bei null beginnen.

Auswertung der Diät

Bessern sich die Symptome in dieser Zeit oder sie klingen ganz ab, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Futtermittelallergie handelt. Eine sichere Beurteilung ist aber erst nach einem Provokationstest möglich. Nach der Beendigung der speziellen Diät sollten Sie daher für etwa zwei Wochen das ursprüngliche Futter geben. Wenn Ihr Hund wieder vermehrt Beschwerden zeigt, ist die Diagnose eindeutig. Er muss dann sein ganzes Leben lang die hypoallergene Nahrung fressen, um beschwerdefrei zu bleiben. Hypoallergen bedeutet, dass das Futter über wenig allergene Stoffen verfügt. Eine Ausschlussdiät ist eine anstrengende Zeit, doch nur so ist es möglich, zweifelsfrei eine Allergie und ihre Auslöser zu bestimmen. Zu beachten ist, dass bei der Umstellung kurzzeitig Verdauungsprobleme wie Durchfall auftreten können. Dies ist normal, da sich der Körper des Hundes erst einmal umstellen muss. Die Probleme gehen in der Regel innerhalb der ersten Tage vorüber.

Fazit

Bild chihuahua in einer Tasse Kein Hund ist vor einer Futterunverträglichkeit gefeit. Das war alles Wissenswerte rund um die Futtermittelunverträglichkeit. Davor ist kein Vierbeiner gefeit, denn potenziell kann es jeden Hund treffen, ganz gleich, wie alt oder schwer er ist oder um welche Rasse es sich handelt. Allergien treten allerdings häufig in jungen Jahren auf. Sie können sich aber ebenso später noch entwickeln. Um eine Unverträglichkeit zu ermitteln, bietet sich die Ausschlussdiät an. Hierbei wird versucht, den Auslöser zu finden. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass das Futter bei der Ausschlussdiät sortenrein ist, also lediglich aus einer Fleischsorte bzw. Proteinquelle besteht und keinerlei Beimischungen von anderen Sorten enthalten sind. Dadurch können Sie gut feststellen, ob der Hund auf eine bestimmte Fleischart allergisch reagiert. Leckerlies, Vitamintabletten, Kekse, Ochsenziemer oder andere Produkte sind in dieser Zeit tabu, denn sie können das Ergebnis verfälschen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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