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Über das Verhalten Ihrer Katze - Revierverhalten und Kommunikation

In freier Wildbahn überleben – darauf ist das Katzenverhalten ausgerichtet. Dazu gehören das Jagdverhalten, das Revierverhalten, die Kommunikation untereinander sowie einige grundlegende Verhaltensmuster.

Revierverhalten

europäische Kurzhaarkatze Katzen haben gerne ihr eigenes Revier.

Katzen sind standorttreue Tiere. Gegenüber fremden Artgenossen verteidigen sie ihren Heimat- und Wohnbereich. Zu diesem Bereich gehören die Schlaf- und Ruheplätze sowie der Futternapf . Von hier aus geht’s ins Revier, das sich an den Wohnbereich der Katze anschließt. Das Revier verteidigen die Katzen gegenüber Eindringlingen. Allerdings gibt es Wege, die gemeinsam benutzt werden dürfen. Und auf dem Land gehen Katzen auch außerhalb ihres Reviers auf die Pirsch, im so genannten Streifgebiet.

 

Jagdverhalten

Schnell bewegte Objekte wecken in der Katze den Jagdtrieb, das angeborene Beutefangverhalten. Die Katze ist eine Schleichjägerin, das heißt, sie nähert sich ihrer Beute in schleichender, geduckter Haltung, um sie dann auf kurze Distanz zu attackieren. Die Beute wird dann mit einem Biss in den Nacken getötet. Nach der Jagd spielt die Katze oft mit der toten oder noch lebenden Beute. Dieses Verhalten wird Erleichterungsspiel genannt. Es baut die Anspannung, die sich während der Jagd aufgebaut hat, wieder ab. 

 

Verständigung

Katzen haben eine hoch entwickelte und breit gefächerte Körper- und Lautsprache (siehe unten) und teilen sich auch durch Duftsignale und Sichtzeichen mit. Mit Duftstoffen aus Drüsen an Kinn, Wangen und Analdrüsen markiert die Katze bestimmte Gegenstände, andere Katzen und Menschen. Sie macht so ihre Besitzansprüche deutlich. Ein Sichtzeichen ist beispielsweise das Krallenwetzen an Bäumen. Über die Pfoten werden gleichzeitig Duftstoffe abgegeben. Außerdem zählt das Krallenwetzen zum Imponierverhalten, wenn Artgenossen zusehen.
Begegnen sich zwei Katzen, beschnuppern sie sich an den Nasen und in der Afterregion, am so genannten Analgesicht. Diese Duftprobe entscheidet, ob man einander friedlich gestimmt ist. Gerade für Einzelgänger im Tierreich ist es wichtig, dass sie sich ihren Artgenossen gegenüber klar und verständlich ausdrücken können. Bei geselligen Arten sind Missverständnisse schnell ausgeräumt, doch Katzen können es sich nicht leisten, bei sporadischen Begegnungen mit Artgenossen falsch verstanden zu werden. Auf der anderen Seite ist die ausgeprägte Möglichkeit zur Verständigung ein Zeichen dafür, dass die Katze doch mehr soziale Kontakte pflegt, als man es ihr bisher zugestanden hat. 

Verhaltensgrundlagen

Erkundungsverhalten:

Katzen erkunden über die Grenzen des vertrauten Lebensraums hinaus die Umgebung. Neben Auge, Ohr und Nase spielt der Tastsinn eine große Rolle.


Komfortverhalten:

Dazu zählen Verhaltensweisen, die vor allem der Körperpflege dienen. Putzen, Säubern des Fells, Kratzen, Sonnen, Scheuern, Strecken und Dehnen, Krallenwetzen. Soziale Bedeutung hat das Putzen einer anderen Katze. Befreundete Katzen schlecken sich gegenseitig. Ein dominantes Tier soll durch das Putzen freundlich gestimmt werden – diese Aktion wird allerdings von der dominanten Katze nicht erwidert.


Zuneigung zu Wärme:

Katzen suchen die Wärme und halten deutlich höhere Temperaturen aus als Menschen – bis zu 52 Grad Celsius auf der Haut.


Neugierverhalten:

Bild Hund mit WelpenKatzen untersuchen ihre Umgebung sehr genau.

Alles, was in gewohnter Umgebung neu und fremd ist, wird genau untersucht. Die Neugierde gegenüber unbekannten Objekten ist bei der Katze besonders stark ausgeprägt.


Aktivitätsphasen:

In der Dämmerung und in der Nacht werden die Katzen von Natur aus aktiv. Aber vor allem Wohnungskatzen haben sich allerdings dem menschlichen Rhythmus angepasst: Sie sind tagsüber munter und schlafen nachts.


Zufluchtsorte/Verstecke:

Höhlen und Spalten ziehen Katzen an. Katzen schauen gerne, ohne selbst gesehen zu werden. Von erhöhten Positionen aus lässt sich das Revier leichter überblicken. Außerdem hat die Katze so strategische Vorteile bei Auseinandersetzungen.

 

Sprache

Maunzen, meckern, schnurren, fauchen, gurren, das Fell sträuben, die Ohren anlegen, die Nase runzeln, mit dem Schwanz schlagen – die Sprache der Katze ist komplex. Die verschiedenen Ausdrucksformen werden miteinander kombiniert und verdeutlichen erst in einer bestimmten Situation, was die Katze mitteilen möchte.

Die Lautsprache

 

Miauen:

Klagelaut der Kätzchen ihrer Mutter gegenüber, wenn sie frieren oder alleine gelassen werden. Bei erwachsenen Katzen möglicherweise auch ein Ausdruck des Unwohlseins, wird aber selten benutzt.


Schnurren:

stammt auch aus der Sprache des Kätzchens und verdeutlicht der Mutter gegenüber, dass alles in Ordnung ist. Erwachsene Katzen schnurren, wenn sie sich wohl fühlen, aber auch, um andere zu beschwichtigen.


Gurren:

freundschaftliche Begrüßung und Lockruf der Mutter gegenüber ihren Jungen.


Kreischen:

schriller Laut einer Katze in Panik und Not.


Fauchen:

Bild Hund mit Welpen Katzen haben sehr viele Arten sich zu artikulieren.

Warn- und Drohlaut gegenüber Angreifern. Der Mund ist halb geöffnet, die Luft wird schnell und scharf ausgestoßen.


Knurren:

Wirkt tief und bedrohlich. Zur Warnung und Drohung.


Spucken:

knallartiger Abschrecklaut, der dem Fauchen ähnelt; Luft wird noch schneller ausgestoßen, auch durch die Nase.

Selbstverständlich haben Katzen noch weit mehr Laute in ihrem Repertoire als hier aufgelistet. Außerdem bilden Katzen aus den Grundlauten viele Übergangs- und Zwischenlaute und wandeln ihre Sprache individuell ab.

 

Die Körpersprache

Position und Stellung des Körpers, Haltung von Kopf, Beinen und Schwanz sowie das Fell sind entscheidend: So drückt die Katze ihrem Gegenüber aus, in welcher Stimmung sie ist. Nur im Zusammenspiel mit allen Körperteilen und der Mimik ist das jeweilige Sprachbild verständlich und unverwechselbar.

Körper: Eine selbstsichere Katze steht aufrecht mit gestrecktem Körper. Zum Imponieren oder Drohen baut sich die Katze quer vor ihrem Gegner auf. Ist sie unsicher, macht sie sich klein und flacht den Rumpf ab. Der Katzenbuckel ist eine Imponier- und Drohgeste, schwankt aber auch mit Unsicherheit und Fluchtbereitschaft.

Kopf: Eine neugierige Katze streckt den Kopf nach vorne. Bei freundlicher und ausgeglichener Stimmung ist der Kopf erhoben. Abgewendete oder gesenkte Kopfhaltung bedeutet eine Beschwichtigung, beispielsweise um Situationen zu entschärfen. Wichtig ist natürlich hier vor allem die dazugehörige Mimik.

Beine: Eine selbstsichere Katze hat die Beine gestreckt, den Körper aufgerichtet. Defensiv und abwehrend zeigt sich die Katze mit zurückgesetzten Vorderbeinen. Ist sie unsicher und ängstlich, sind die Hinterbeine eingeknickt.

Schwanz: Ein deutliches Zeichen der Erregung ist der zuckende Schwanz. Gründe hierfür können Unmut, Unwohlsein, Ärger oder das Anpeilen einer Jagdbeute sein. Zur Begrüßung wird der Schwanz steil aufgerichtet, in entspannten Situationen hängt der Schwanz bewegungslos nach unten.

Fell: Die Katze wirkt mit gesträubtem Fell größer. Wenn die Katze drohen will, richtet sie ihre Rücken- und Schwanzhaare auf, die ängstliche Katze sträubt das ganze Fell.

 

Mimik:

Ohren: nach vorne gestellt in Ruhe, weiter zur Mitte gedreht Aufmerksamkeit oder Anspannung. Aufgestellt und nach hinten zeigend Drohung und Aggression, seitwärts nach hinten abgeknickt defensiv und fluchtbereit.


Augen: enge Pupillen bei erhöhter Aufmerksamkeit, Anspannung und Kampfbereitschaft. Erweitert bei Erschrecken, Angst und Abwehr.


Schnurrhaare: zur Seite zeigend in Ruhe, als Fächer nach vorn gerichtet bei einer neugierigen Katze, die ein Objekt fixiert, und nach hinten gelegt bei Unsicherheit und Angst.

 

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