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Lamas – Tipps für die Haltung

Lamas oder auch Alpakas gelten in Bezug auf Haltung und Pflege als unkomplizierte Nutztiere. Sie sind genügsam und robust – ihr ruhiges, ausgeglichenes Wesen macht sie zu beliebten Haustieren, die auch in der tiergestützten Therapie zum Einsatz kommen. Markt.de erklärt nachfolgend, worauf Du bei der Haltung achten musst.

Steckbrief: 

Körperlänge 1,50 Meter
Verbreitung Südamerika
Lebenserwartung bis 20 Jahre
Gewicht 130 bis 155 Kilogramm
Ordnung Paarhufer
Familie sehr eigenständig, robust, loyal, intelligent, misstrauisch
Gattung Lamas
Kopf eines Lamas Lamas sind sehr unkomplizierte Nutztiere.

Optische Merkmale der Lamas

Lamas zählen mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,30 Metern zu den größten Kleinkamelen ihrer Art. Der kräftige massive Körper weist keine Höcker auf und wird von schlanken, langen Beinen getragen. Durch die beweglichen Zehen der dicksohligen Hufe können sich die Lamas optimal im natürlichen Lebensraum, den Gebirgen, fortbewegen. Das Fell ist dicht sowie gekräuselt und kann in braun, weiß, schwarz oder in einer Mischung aus diesen Farben vorkommen. Da die Haare sehr fein sind, sind die Tiere vor Nässe nur spärlich geschützt.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Geschlechtsreife von Lamas setzt im Alter von zwei Jahren ein; die Paarungszeit ist von August bis September. Dabei kämpfen die Hengste um die Gunst der Stuten, diese legen sich zur Paarung auf den Boden. Nach mindestens einer halben Stunde ist der Paarungsakt beendet. Elf Monate später kommen die Lamas nieder, das geborene Fohlen wiegt am Tag der Geburt in der Regel um die 15 Kilogramm. Ein Lama bringt immer nur ein Fohlen zur Welt. Bereits am Folgetag tapsen die Jungen hinter den Müttern hinterher.

Lebensweise, Charakter & Verhalten

Lamas genießen aufgrund ihres Fleisches, ihrer Wolle als auch ihrer Belastbarkeit seit vielen Jahren große Beliebtheit bei ihren Züchtern. Bereits die Inkas wussten diese Eigenschaften zu schätzen. Wildtiere sind inzwischen selten geworden. Die ureigenen Merkmale wie das gesellige Wesen haben ihren Ursprung bei den wild lebenden Guanokos, die zur Züchtung von Lamas benutzt wurden.

Die Herden werden von einem Leithengst geführt, der über ca. 10 Stuten und deren Fohlen wacht – er sondiert kontinuierlich die Umgebung und schlägt bei bedrohlichen Situationen Alarm. Eine Besonderheit sind außerdem spezielle Kotplätze, die von allen Herdentieren benutzt werden. Die Tiere gehen zudem gerne schwimmen. Auch Sandbädern sind sie nicht abgeneigt.

Erziehungstipps erhältst Du im Ratgeber: Der autoritäre Umgang mit Lamas.

Ernährung/Fütterung

Lamas fressen ausschließlich Pflanzen: Gräser und Blätter machen den Großteil der aufgenommenen Nahrung auf. Auch stehen kleine Zweige und frische Knospen auf dem Speiseplan. Lamas sind des Weiteren Flechten sowie Pilzen nicht abgeneigt. Da Lamas anders als beispielsweise Kamele nicht in der Lage sind, Flüssigkeit zu speichern, müssen sie in regelmäßigen Abständen Wasser aufnehmen. Heu, Wasser und Mineralien musst Du den Lamas immer zur freien Verfügung stellen! Da Lamas zur Verfettung neigen, musst Du mit der Fütterung von Kraftfutter sparsam umgehen.

Augen auf beim Lamakauf!

Lama mit Fohlen auf der Weide Lamas sind Herdentiere und sollte deshalb nicht alleine gehalten werden.

Sei Dir vor dem Kauf bewusst, dass es sich bei Lamas um überaus gesellige Tiere handelt. Lamas sind Herdentiere und sollten nicht alleine gehalten werden. Hältst Du ein Tier alleine, ersetzt Du somit die Herde und das Tier entwickelt gegebenenfalls eine enge Bindung zu Dir. Dies wird jedoch nicht empfohlen, da es nicht der Natur des Lamas entspricht.

Als zweites Tier empfiehlt sich beispielsweise auch ein Wallach. Aber Achtung: Die Haltung von mehreren Hengsten in einer Herde ist nicht möglich, da der Leithengst keine unmittelbare Konkurrenz duldet. Die Haltung einer reinen Hengstherde ohne Stuten ist hingegen möglich. Beachte außerdem, dass Wallache die besten Trekkingtiere sind; tragende Stuten sind das erste halbe Jahr mit Fohlen außerstande, Wanderungen zu unternehmen.

Zudem ist es für die Haltung elementar, dass den Lamas ganzjährig ein Weidegang zur Verfügung steht. Auch benötigen die Tiere einen Unterstand, um sich vor Hitze oder auch Regen schützen zu können (mindestens 4 Quadratmeter groß und 2,20 Meter hoch!). Je mehr Tiere, desto größer muss selbstredend der Unterstand sein. Zur Einzäunung eignet sich ein Wildzaun mit einer Höhe von 1,60 Metern. Bezüglich der Pflege sei erwähnt, dass die Zehennägel regelmäßig gekürzt werden müssen; die Wolle muss je nach Tiertyp alle ein bis zwei Jahre geschoren werden. Auch wenn Lamas relativ robust sind, müssen sie zwei Mal im Jahr entwurmt werden.

Hinsichtlich der bekannten Spuck-Attacken sei abschließend erwähnt: Diese dienen zur Warnung gegenüber den Artgenossen. Auf diese Weise regeln die Tiere die Rangordnung, aufdringliche Lamas werden abgeschreckt. Belästigen Menschen Lamas, werden auch diese angespuckt. Bei der Spucke handelt es sich um halb verdauten Mageninhalt.

 

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Bildquellen:
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