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Pferderassen - Ratgeberübersicht

Hannoveraner im Rasseportrait

Steckbrief:

Herkunft Deutschland
Hauptzuchtgebiet Niedersachsen
Verbreitung Europa
Stockmaß 148 - 180 cm
Farben Braune, Rappen, Füchse und Schimmel
Charakter Gutartig und ruhig
Erscheinungsbild Gute Größe, ohne dabei plump oder
unelegant zu wirken
Herausstellungsmerkmal Schwungvolle Gänge mit harmonischen Proportionen
Haupteinsatzgebiet Dressur- und Springsport

Hannoveraner Rasseportrait Ein Hannoveraner hat ein gutes Springvermögen und Nervenstärke.

Allgemeines zur Pferderasse

Die Pferderasse Hannoveraner ist die größte Warmblutzucht in Europa. Das ursprüngliche Zuchtgebiet der Hannoveraner liegt in Niedersachsen. Das Stockmaß liegt zwischen 148 und 180 cm, während das Gewicht zwischen 530 und 760 kg betragen kann. Die Lebenserwartung des Hannoveraners liegt bei durchschnittlich 18 bis 35 Jahren.

Einsatzgebiete: Passt ein Hannoveraner zu mir?

Kopf einer braunen Hannoveraner Stute Bei einer guten Grundausbildung sind Hannoveraner gut für Anfänger geeignet.

Die Zucht der Hannoveraner wurde in den letzten Jahrzehnten auf Rittigkeit und Gangvermögen ausgelegt. Für ambitionierte Dressurreiter ist diese Rasse nahezu perfekt, da ebenfalls viel Wert auf Nervenstärke gelegt wird, ohne die im großen Viereck keine Erfolge zu erzielen wären. Selbstverständlich sind ebenfalls etliche Zuchtlinien vorhanden, die großartiges Sprungvermögen aufweisen. Viele Pferde decken auch einen hochgewachsenen Reiter sehr gut ab, da oft ein Stockmaß von über 1,75 m erreicht wird, ohne dabei plump oder unelegant zu wirken. Wenn diese Rasse eine gute Grundausbildung genossen hat, ist sie oft für Anfänger geeignet und kann als Lehrpferd eingesetzt werden.

Bei entsprechend fachkundiger Hilfestellung können auch schwächere Reiter ihre Freude an diesem Sportpferd haben. Hannoveraner sind Pferde, die beinahe in allen Sparten der Sport- und Freizeitreiterei ihren Platz haben. Wer einen edlen Partner mit vorbildlichem Stammbaum sucht, macht mit einem Vertreter dieser Rasse niemals etwas verkehrt. Ob Junioren-, Damen- oder Herren-Reitpferd, bei der Vielzahl der Zuchtlinien lässt sich immer das passende Tier finden.

Haltung und Pflege

Auslauf und Bewegung

Die Haltung und Pflege der Hannoveraner weist keine Besonderheiten auf. Es sollte lediglich darauf geachtet werden, dass das Pferd genügend Auslauf und Bewegung bekommt, da Hannoveraner typischerweise als Leistungspferd gehalten werden. Ein Bewegungsmangel kann bei Deinem Pferd zu gesundheitlichen und psychischen Problemen führen.

Reinigung

Selbstverständlich sollten die Boxen sauber gehalten werden. Eine regelmäßige, gründliche Reinigung Deines Pferdes ist ebenfalls Pflicht. Vergiss hierbei nicht die Hufe auszukratzen. Das regelmäßige Putzen hat übrigens noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Die Stärkung der Bindung zwischen Dir und Deinem Pferd.

Ernährung

Die Ernährung gestaltet sich auch als relativ unkompliziert. Normale Kraftfutter-Rationen, die an die Leistungsanforderung angepasst werden, sorgen für eine ausgewogene Ernährung. Außerdem sollte dem Tier ständig Raufutter zur Verfügung stehen. Merke: Das Futter hat nicht nur die Aufgabe das Pferd zu ernähren, sondern es auch zu beschäftigen.

Charakter und Wesen

Hannoveranerstute Nahansicht des Auges Das Wesen der Hannoveraner ist lernwillig, ehrgeizig und temperamentvoll.

Diese Rasse ist bekannt für seinen gutmütigen und überaus umgänglichen Charakter. Zudem haben die unbändige Nervenstärke und die große Lernbereitschaft vielen Pferden dieser Rasse bemerkenswerte Erfolge im Reitsport eingebracht. Darüber hinaus sind die Hannoveraner sehr intelligente und leistungsbereite Tiere. Dennoch darf man auch die sensible Seite der Pferde nicht außer Acht lassen und muss auf die Bedürfnisse der Warmblüter eingehen. Der frühere Einsatz als militärisches Arbeitspferd hat ihr noch heute ruhiges, unerschrockenes und aufmerksames sowie mutiges Temperament geprägt. Besonders beliebt sind die Pferde wegen ihres ausgeglichenen Wesens und ihrer vollkommen unkomplizierten Art.

Körperbau und Aussehen

Meist ein großer, gerader oder leicht geramster Kopf. Außerdem ein langer, selten kläglicher oder unkorrekter Hals. Hannoveraner haben eine gute, schräge Schulter, einen ausgeprägten Rist, einen langen Rücken und einen tiefen, breiten Rumpf. Die Kruppe ist in der Regel gut, manchmal jedoch etwas flach und kantig. Sie verfügen zudem über kräftige Gliedmaßen mit starken, trockenen Gelenken und hervorragender Hebelung sowie voluminösen Hufe.

Merkmale der Rasse

Allgemein Typ des modernen, edlen und leistungsbereiten Sportpferdes in unterschiedlichem Kaliber; große Linien, klare Konturen, trockene Textur, plastische Bemuskelung, deutlicher Geschlechtsausdruck. Unerwünscht: zu kleine oder zu große Pferde, grobe Körperteile, plumpe, derbe und kurzlinige Typen, geschlechtsloser Ausdruck, verschwommene Konturen.
Farbe Gezüchtet werden Pferde mit den vier Grundfarben Fuchs, Rappe, Braun und Schimmel.
Größe Angestrebt wird ein Endmaß um einen Mittelwert von 165 cm (Stockmaß).
Kopf Edel und trocken, Größe dem Körper entsprechend; großes, aufmerksames Auge mit offenem, ruhigem Blick, große Nüstern, deutlich ausgeprägte Maulspalte. Unerwünscht: ein im Verhältnis zum Körper übergroßer Kopf.
Hals Lang, günstig bemuskelt, Verjüngung zum Kopf hin, leichte und bewegliche Verbindung zwischen Hals und Kopf (leichtes Genick), in etwa rechtwinklig auf Schulter aufgesetzt mit nach oben gewölbter Kammlinie mit deutlicher Bemuskelung. Unerwünscht: zu tief oder zu hoch angesetzter Hals, fehlerhafter Muskelansatz, zu langer oder zu kurzer Hals.
Schulter und Sattellage Lange, schräge Schulter, markanter, weit in den Rücken reichender Widerrist, hinter Widerrist leicht nach unten Geschwungene Rückenlinie. Unerwünscht: flache, steile, kleine Schulter, kurzer, flacher, steiler, zu hoher, vorgelagerter Widerrist, gerader, nach oben gewölbter oder matter Rücken.
Rahmen Rechteckmodell, langbeinig, großrahmig und geschlossen mit harmonischer Oberlinie, d.h. gut angesetzter Hals, schräge Schulter, langer Widerrist, genügend langer Rücken, breite, gut bemuskelte Lende. Lange, geneigte, muskulöse Kruppe, Aufteilung des Rumpfes etwa gleichlang in Vorhand, Mittelhand und Hinterhand, genügend Brusttiefe bei geschlossener Flanke. Unerwünscht: kurzlinig, kurzbeinig, sehr langer, sehr kurzer Rücken, vorgetiefte, matte oder horizontale Oberlinie, zu hohe (überbaute) Kruppe, sehr hoher Schweif.
Schweifhaltung Ein gerade und gut getragener Schweif. Unerwünscht: ein schiefer, ein eingeklemmter und/oder wippender Schweif.
Rittigkeit Ein Pferd, das bei guter Maultätigkeit willig und aufmerksam an den Hilfen steht, gelassen mit dem Reiter zusammenarbeitet und diesem ein gutes Sitzgefühl vermittelt. Es soll sich aus aktiver Hinterhand und bei elastisch schwingendem Rücken im natürlichen Gleichgewicht bewegen, Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, sollen erkennbar sein. Unerwünscht: Bewegungsabläufe nicht im Takt, Bergabtendenz in der Bewegung, fester Rücken, Unrittigkeit, schwieriges Temperament.

Geschichte und Zucht

Hannoveraner Paar Seit der Entstehung der Rasse vor rund 200 Jahren hat sich einiges verändert.

Entstehung durch Einkreuzung von Holsteinern

Viele deutsche Pferderassen werden nach der Gegend benannt, aus der sie stammen - so auch diese aus Hannover stammende Rasse. Seit ihrer Entstehung im frühen 18. Jahrhundert hat sie sich zum Teil beträchtlich verändert.

1735 wurde im Celler Staatsgestüt durch königliches Dekret die Grundlage für die Hannoveraner geschaffen. Holsteiner Hengste sorgten für eine Auflockerung bei den einheimischen Stuten, die vom Großen Schlachtross des Mittelalters abstammten. Das Ziel war Pferde zu erhalten, die sich für die Arbeit in der Landwirtschaft und als Zugpferde für Kutschen eigneten. Im weiteren Verlauf kam es zu Kreuzungen mit Vollblütern und Cleveland Bays, die aus England importiert wurden.

Pferd für zivile und militärische Zwecke

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kreuzte man das Pferd auch mit anderen eingeführten Rassen. 1867 wurde eine Zuchtgesellschaft gegründet mit dem Ziel, ein Pferd zu schaffen, das in gleichem Maße für zivile wie für militärische Zwecke geeignet war. Ihre Erfolge waren dabei enorm.

Entwicklung zum Turnier- und Reitpferd

Als nach dem Ersten Weltkrieg Pferde beim Militär nicht mehr in gleichem Umfang wie bisher benötigt wurden, überarbeitete man die Zielsetzung der Gesellschaft. Jetzt wollte man ein Pferd, das sowohl für die landwirtschaftliche Arbeit als auch als Kutsch- und Reitpferd einzusetzen war. Seitdem wurden die Hengste auf Geschwindigkeit, Kraft und Ausdauer hin getestet, bevor man sie bei der Zucht bedachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg war erneut eine Umschreibung nötig, da der Hannoveraner weder in der Landwirtschaft noch als Kutschpferd gefragt war. Nunmehr sollte ein Reitpferd für höchste Ansprüche geschaffen werden.

Kopf einer braunen Hannoveraner Stute Hannoveraner sind Pferde, die beinahe in allen Sparten der Sport- und Freizeitreiterei ihren Platz haben.

Mit Hilfe von Vollblütern, Trakehnern und Arabern wurde der Hannoveraner zu einem erstklassigen, athletischen, starken und freundlichen Reit- und Turnierpferd. Seitdem wurde er auf internationaler Ebene im Springparcours, bei der Military und bei Dressurwettkämpfen ausgezeichnet. Mit ihrer Hilfe wird heute weltweit die Qualität anderer Sportpferde weiter verbessert, denn der Hannoveraner war an der Schaffung neuer Rassen beteiligt. Durch Kreuzungen mit Arabern und Vollblütern entstand der Westfale.

Verwandte Rassen

Das Dänische Sportpferd ist ein weiteres ausgezeichnetes und athletisches Reitpferd. Der Hannoveraner ist eng mit dem Mecklenburger Warmblut verwandt, da bei der Gründung dieser Rassen ähnliche Genstämme im Spiel waren. Außerdem kam es im Laufe der Zeit immer wieder zu Kreuzungen der Tiere untereinander. Der Mecklenburger ist das kleinere Pferd der beiden Tiere. Es wird jetzt als Allzweckreitpferd gezüchtet.

Züchter von Hannoveranern sind zum Beispiel im Hannoveraner Zuchtverband e. V. organisiert.

 

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