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Startseite Ratgeber Pferde Orlow-Traber: Erscheinung, Herkunft und Zucht

Pferderatgeber

Orlow Traber

Herkunft Oblast Woronesch
Hauptzuchtgebiet Russland
Verbreitung Russland
Stockmaß Ca. 160 cm
Farben Schimmel, Braune, Rappen
Charakter Ausgeglichen, leistungsbereit, lebhaft
Erscheinungsbild Edler Kopf und ausdrucksvolle Augen
Herausstellungsmerkmal Ideal für Trabrennen
Haupteinsatzgebiet Fahr- und Reitsport, Landwirtschaft
Orlow Traber Der Orlow Traber ist ein beliebtes Fahr- und Reitsportpferd aus Russland.

Einsatzgebiete

Der Orlow Traber wird besonders häufig als Fahrpferd oder im Reitsport eingesetzt. Er kann bis zu 52 km/h schnell werden und eignet sich daher besonders gut für Trabrennen. Als Fahrpferd wird er vor Sulky, Kutsche und Schlitten gespannt und kann so seine leistungsbereitschaft zeigen. Auch als Distanzpferd wird diese Pferderasse vergleichsweise häufig eingesetzt. In Russland werden zudem auch heute noch einige Exemplare in der Landwirtschaft eingesetzt, wohingegen das Pferd in Europa als Freizeitpferd immer beliebter wird.

Aussehen und Charakter

Der Orlow-Traber hat ein Stockmaß zwischen 158 und 165 Zentimeter. Der lange, gewölbte Hals trägt einen oft leicht geramsten Kopf. Der Rücken ist lang, der Schweif niedrig angesetzt. Er besitzt eine breite, etwas abfallende Kruppe sowie eine breite Brust. Sein Körper wird getragen von langen, kräftigen und trockenen Beinen mit wenig Kötenbehang und großen, gesunden Hufen. Er besitzt außerdem einen edlen Kopf mit ausdrucksvollen Augen. Charakterlich ist der Orlow-Traber als ein lebhaftes und leistungsbereites Pferd mit einem ausgeglichenen Wesen zu bezeichnen.

Herkunft des Pferdes

Der Orlow-Traber zählt sicherlich zu den bekanntesten Pferderassen Russlands. Graf Alexeij Grigoriewitsch Orlow-Tschesmenski, ein ehemaliger Günstling der Zarin Katharina II., wünschte sich ein Pferd, welches einen Wagen auch auf langen Strecken schnell bewegen konnte. Es war um 1775 als Graf Orlow-Tschesmenski sich entschied für sein Vorhaben Araber einzusetzen, welche er in Morea (heutige Halbinsel Peloponnes in Griechenland) erwarb.

Zucht des Orlow-Trabers

Aus einer Paarung zwischen Araber-Hengst und Fredericksborger-Stute stammte der Hengst „Polka I.“. Dieser wiederum wurde einer holländischen Harddraver-Stute zugeführt. Der Sohn aus dieser Anpaarung war ein Schimmel-Hengst namens „Bars I.“ und der Stammvater der Orlow-Traber. „Bars I.“ wurde vor allem mit Araber-, Englischen Vollblut, niederländischen, dänischen und Mecklenburger Stuten zusammengeführt. Durch planmäßige Inzucht, einer strengen Selektion und einer systematisch durchgeführten Zuchtpolitik konnte Graf Orlow-Tschesmenski sein Ziel in kurzer Zeit erreichen.

1799 fanden in Moskau die ersten Trabrennen statt. Im Jahre 1834 wurde dann die erste Trabergesellschaft gegründet. Der russische Orlow war zu diesem Zeitpunkt das schnellste Trabrennpferd der Welt. Die Kriegswirren und die Oktoberrevolution 1917 führten zum Ende der Zucht. Später versuchte die Sowjetregierung erfolglos die Zucht wieder aufleben zu lassen. Der neue Orlow-Traber kam nie wieder an frühere Erfolge heran. Über einen langen Zeitraum war der Orlow-Traber die schnellste Traberrasse weltweit, musste sich dann jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den amerikanischen Standardbreds und Kreuzungen aus dieser Rasse geschlagen geben.

Einige der für die heutige Zucht wichtigen Gestüte sind außer dem ursprünglichen Chrenowskoi-Gestüt noch das Moskauer-Gestüt, Schachowskoi-Gestüt, Tschesmenski-Gestüt, Tatarski-Gestüt und weitere.

Kreuzungen

Die erfolglosen Zuchtversuche in der Nachkriegszeit hatten zur Folge, dass der Orlow-Traber mit dem schnelleren American Standardbred gekreuzt wurde. Diese neu entstandene Rasse erhielt zunächst den Namen „Metis-Traber“ (Keuzungs-Traber) und mit Gründung der Sowjetunion den Namen „Russischer-Traber“. Gegen 1949 erhielt der Orlow-Traber seinen Namen zurück. Spricht man in der heutigen Zeit von einem Russischen-Traber, so ist meist der Metis-Traber gemeint. Beide der Orlow-Traber als auch der Russische-Traber haben im Gegensatz zum schnelleren American Standardbred allerdings ein gefälligeres Aussehen. Im Gegensatz zu ihren amerikanischen Verwandten werden sie nicht nur auf Geschwindigkeit gezüchtet, sondern es wird auch wert auf ein harmonisches Erscheinungsbild gelegt.


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Bild 1: © markt.de