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Zum Echsenratgeber

13 Fakten über das Chamäleon

Im Zuge zunehmender Reptilienhaltung erfreuen sich Chamäleons immer größerer Beliebtheit. Doch wie alle exotischen Tiere stellen auch die charismatischen Echsen hohe Anforderungen an ihre Umgebung, ihre Ernährung und ihr Wohlbefinden. Mithilfe dieser 13 Fakten, kannst Du Dich über die Herkunft und die Eigenheiten sowie die daraus resultierenden Bedingungen für eine artgerechte Chamäleon-Haltung informieren.

Übersicht

Blaues Chamäleon Chamäleons können innerhalb weniger Minuten ihre Farbe verändern.

1. Chamäleon-Haltung nach dem Vorbild der Natur

Um mit den Haltungsbedingungen für Chamäleons vertraut zu werden, lohnt es sich einen Blick auf ihre Herkunft und die Varietät ihres Umfeldes zu werfen. Die sprichwörtliche Anpassungsfähigkeit der Tiere lässt sich bereits an ihren unterschiedlichen Lebensräumen erkennen. Als ursprüngliche Bewohner Ostafrikas haben sie sich zunächst über den ganzen Kontinent verbreitet. Von dort aus gelangten Chamäleons nach Madagaskar, in den Mittelmeerraum und nach Indien, wo bis heute die meisten Arten leben.
Vereinzelte Fossilienfunde belegen, dass einige Exemplare auf dem Territorium des heutigen Deutschland beheimatet waren. Allerdings konnte bis dato noch nicht geklärt werden, ob es sich dabei um Überreste eingewanderter Einzeltiere oder einer eigenen Art handelt.
Während die überwiegende Zahl der Chamäleons auf das Leben in Büschen und Bäumen spezialisiert ist, haben andere sich an die vorherrschenden Bedingungen ihrer jeweiligen Lebensräume angepasst. So bevorzugen einige Arten von Laub und Krautpflanzen bedeckte Böden; andere leben in karg bewachsenen Bergregionen, siedeln bis knapp unterhalb der Schneefallgrenze oder sind an extrem heißen Stränden zu Hause.

2. Imitation des Herkunftsgebietes im Terrarium

Grünes Chamäleon HQI-Strahler in heimischen Terrarien ist empfehlenswert.

Die Chamäleon-Haltung in heimischen Terrarien orientiert sich stets an den Bedingungen, unter denen die Tiere in ihren Herkunftsgebieten leben. Handelt es sich um Exemplare aus wärmeren Habitaten, musst Du entsprechende Licht- und Temperaturverhältnisse schaffen. Dazu bestückst Du die Becken mit speziellen Lampen. Diese solltest Du so platzieren bzw. ausrichten, dass sie den Tagesverlauf imitieren und den Tieren Sonnenplätze bieten, welche sie bei Bedarf aufsuchen können.
Erfahrene Reptilienhalter empfehlen hierfür sogenannte HQI-Strahler. Jene aus dem Präsentations- und Ausstellungsbereich übernommenen Lampen garantieren eine hohe Lichtausbeute und geben die Farben der angestrahlten Objekte naturgetreu wider. Sie kommen realem Sonnenlicht sehr nah und tragen dadurch entscheidend zum Wohlbefinden des Chamäleons bei.
Ein weiterer Vorteil von HQI-Strahlern liegt in der sich allmählich steigernden Leistung. Sie erreichen ihre volle Leuchtkraft erst mit einer Verzögerung von etwa fünf Minuten, sodass Panik durch plötzlichen Lichteinfall vermieden wird. Die Brenndauer der Lampen sollte sich auf 12 - 14 Stunden pro Tag belaufen, da diese Spanne in Etwa der Tageslänge in heimatlichen Gebieten entspricht.
Durch den vergleichsweise geringen UV-Anteil von HQI-Licht erfordert der Einsatz dieser Leuchtmittel eine zusätzliche Speziallampe, deren Strahlung Reptilien die lebenswichtige Vitamin D3-Synthese ermöglicht.

Stammt Dein Chamäleon aus einer Gegend, in der Tages- und Nachttemperaturen stark schwanken, musst Du diesen Umständen auch im heimischen Terrarium Rechnung tragen. Erfordert das natürliche Habitat der Art in den Abend- und Nachtstunden eine kühlere Umgebung, sorgen technische Hilfsmittel dafür, dass die Wärmezufuhr zu bestimmten Zeiten reduziert oder die Lufttemperatur auf entsprechende Gradzahlen gesenkt wird.

Chamäleons beim Klettern Da ein Chamäleon gerne klettert, sollte ein Terrarium mit Ästen und Wurzeln ausgestattet sein.

3. Anforderung an die Terrarieneinrichtung

Da Chamäleons Klettertiere sind, solltest Du das Terrarium mit entsprechenden Möglichkeiten zur Fortbewegung ausstatten. Hierfür eignen sich neben reich verzweigten Ästen und Wurzeln auch lebende Pflanzen. Diese bieten dem zukünftigen Bewohner nicht nur Gelegenheit sich auf natürliche Weise zu bewegen, sondern beeinflussen gleichzeitig das Klima innerhalb des Beckens. Durch ihre Stoffwechselvorgänge wird Flüssigkeit freigesetzt, die die Luftfeuchtigkeit fördert und den Tieren durch Tropfenbildung Trinkwasser liefert. Zur Unterstützung dieses Vorgangs solltest Du den Innenraum des Terrariums regelmäßig mit lauwarmem Wasser besprühen. Zugleich musst Du als verantwortungsvoller Chamäleon-Halter auf eine ausreichende Zufuhr von Frischluft achten, da zu viel Feuchtigkeit oder Stauwärme das Wohlbefinden der Tiere beeinflussen und den Ausbruch von Krankheiten begünstigen kann. Gleiches gilt für einen verschmutzten Untergrund. Weil Chamäleons über den Tag verteilt regelmäßig kleine Futtermengen aufnehmen, scheiden sie ebenso häufig Kot aus, der sich am Boden des Terrariums sammelt und sorgfältig entfernt werden muss.
Der optimale Belag besteht daher aus einem leicht zu reinigenden, aber dennoch natürlich wirkenden Material wie Kunstrasen. Dieser entspricht sowohl den hygienischen als auch den optischen Anforderungen der Chamäleon-Haltung.

4. Ermittlung der Beckengröße

Die Maße des Terrariums orientieren sich an der Größe der darin gehaltenen Tiere. Da diese je nach Art schwankt, empfiehlt sich die individuelle Berechnung nach folgenden Formeln:

  • Körperlänge des adulten Tieres in cm x 4 = Höhe
  • Körperlänge des adulten Tieres in cm x 2,5 = Tiefe
  • Körperlänge des adulten Tieres in cm x 4 = Breite

Daraus ergibt sich eine annähernd quadratische Form von minimal 100 x 60 x 100 cm, die sich mit zunehmender Anzahl der Terrarien Bewohner natürlich erhöht.

Bei ausreichender Erfahrung hinsichtlich der Chamäleon-Haltung und -versorgung kannst Du die Tiere ebenso frei laufend im Zimmer halten. Das ermöglicht Dir ganz besondere Beobachtungs- und Kontaktsituationen. Wie bei der Betreuung in einem herkömmlichen Becken musst Du jedoch auch bei der Raumhaltung die klimatischen Anforderungen erfüllen und den Chamäleons Gelegenheit bieten, ihren natürlichen Bedürfnissen nachzugehen.

5. Kalkulation der Kosten

Chamäleon-Haltung kann demnach einen erheblichen technischen Aufwand erfordern, der sich neben den Anschaffungs- auch in den Unterhaltskosten niederschlägt. Hinzu kommen:

  • der Kauf bzw. die Fütterung von Beutetieren
  • die Finanzierung zusätzlicher Vitamin- und Mineralstoffpräparate
  • die Kosten der Einstreu
  • Aufwendungen für tierärztliche Untersuchungen und Behandlungen

sodass Du für ein einzelnes Chamäleon monatliche Ausgaben von bis zu 70 Euro einplanen musst.

6. Checkliste für den Chamäleon-Kauf

Getarntes Chamäleon Es fällt Chamäleons besonders leicht sich farblich ihrer Umgebung anzupassen und zu tarnen

Der zuletzt genannte Aspekt des Parasitenbefalls bildet einen nahtlosen Übergang zu den Kaufempfehlungen für Chamäleons. Als wichtigste Kriterien für die Auswahl eines Tieres gelten:

  • Herkunft:
    Der sicherste und beste Weg ein Chamäleon zu kaufen führt über einen Züchter. Dieser besitzt in der Regel ausreichend Erfahrung im Umgang mit den Echsen und kann Dir hierzu auftauchende Fragen sicher beantworten. Außerdem hast Du beim Besuch eines Fachmanns die Möglichkeit, die Eltern und eventuelle Geschwister Deines zukünftigen Heimtieres anzusehen. Du erfährst dadurch wesentliche Details über den Charakter und die Vorlieben Deines Chamäleons.
    Den Kauf eines wild gefangenen Tieres solltest Du meiden, weil diese beim Transport häufig erhöhtem Stress ausgesetzt sind, in dessen Folge sie leicht erkranken oder gar eingehen können. Außerdem bieten Dir Wildfangbestände keine Kontrolle über die Einhaltung der Import- und Haltungsbedingungen.

  • Alter:
    Erfahrene Züchter geben Chamäleons nicht vor der achten Lebenswoche ab, da die Tiere erst mit rund zwei Monaten vollständig sozialisiert sind. Das Alter erkennst Du an der Färbung, die ab dem zweiten Lebenshalbjahr allmählich von jugendlichem Graubraun zum späteren Erwachsenenkleid umschlägt.

  • Geschlecht:
    In der Regel sind Männchen besser für die Chamäleon-Haltung geeignet als Weibchen. Sie sind nicht nur farbenprächtiger, sondern häufig auch deutlich umgänglicher und weniger aggressiv.

  • Augen:
    Wie bei vielen anderen Tieren kannst Du auch bei Chamäleons "in der Mimik lesen". Ein lebhaft nach allen Seiten wandernder Blick ist generell ein gutes Zeichen. Verbirgt Dein zukünftiger Schützling einen oder beide Augäpfel dagegen ständig hinter geschlossenen Lidern, solltest Du vorsichtig sein. In Verbindung mit Tagesschläfrigkeit, müßigem Verhalten und trägen Bewegungen können stets verschlossene Augen auf den Beginn oder das Bestehen einer Krankheit hindeuten.

  • Gang:
    Auch der Gang eines Chamäleons liefert wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand: Auffallend langsame Bewegungen oder ein anhaltendes Zittern der Glieder deuten auf Beschwerden hin, wie sie im Rahmen falscher Ernährung entstehen können.
  • Haut:
    Die Haut und das Schuppenkleid des Chamäleons dürfen selbstverständlich keine Verletzungen aufweisen. Achte in diesem Zusammenhang auf mögliche Anzeichen eines Pilz- oder Parasitenbefalls und lasse das Tier nach Übernahme noch einmal durch einen Fachmann untersuchen.

  • Fressgeschwindigkeit:
    Damit Du überprüfen kannst, ob Dein Chamäleon einen guten Appetit hat und seine Nahrung artgerecht aufnimmt, musst Du es beim Fressen beobachten. Bitte den Anbieter bzw. Züchter gegebenenfalls um eine "Extraportion", damit Du den Fang- und Schluckvorgang genau verfolgen kannst. Zeigt das Chamäleon dabei auffällige Verzögerungen, ist Vorsicht geboten.

Die Punkte, die Du beim geplanten Kauf eines Chamäleons beachten sollten, bilden zugleich einen wesentlichen Bestandteil der Chamäleon-Haltung, denn auch nach der Übernahme und während der Betreuung musst Du jedes einzelne Deiner Tiere täglich beobachten. Auf diese Weise bekommst Du eventuelle Abweichungen vom Normalverhalten umgehend mit und kannst schnellstmöglich darauf reagieren.

7. Optimale Ernährung

Chamäleon mit Futter Insekten wie Heuschrecken, Schaben oder Falter frisst das Chamäleon besonders gerne

Hinsichtlich der Jagd- und Fressgewohnheiten stellt eine artgerechte Chamäleon-Haltung Dich vor besondere Herausforderungen. In der Regel besteht der Speiseplan der Echsen nämlich aus Lebendfutter. Das können Insekten wie Heuschrecken, Schaben oder Falter oder Weichtiere wie Mehlwürmer, Schnecken oder Raupen sein. Einige Arten nehmen außerdem zusätzlich Früchte und Gemüse auf.
Bei der Fütterung von Terrarien-Tieren solltest Du Dich an den Fressgewohnheiten frei lebender Exemplare orientieren. Das heißt, dass Chamäleons über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen aufnehmen. Die von Dir angebotene Nahrung darf sich demnach nicht nur auf wenige große Futtertiere beschränken, sondern muss sich aus vielen kleinen Beutestücken zusammensetzen.
Um den Verbrauch des Chamäleons besser kontrollieren zu können und damit einen ungefähren Überblick über die benötigte Futtermenge zu bekommen, empfiehlt es sich die Nahrung mithilfe einer Pinzette anzubieten. Sobald Du über diese Methode herausgefunden hast, wie viel Futter Dein Chamäleon benötigt, kannst Du dazu übergehen, die Beutetiere frei in das Becken zu setzen. Diese Variante ermöglicht den Echsen ihrem Jagdinstinkt zu folgen und fördert gleichzeitig ihre Bewegung.

Das Verfüttern von Kleinsäugern oder Jungvögeln im Rahmen der Chamäleon-Haltung muss im Hinblick auf die Echsenart und die Menge gut abgewogen werden. Zum einen entspricht diese Beute nur bedingt den Jagd- und Ernährungsgewohnheiten; zum anderen enthält sie viele Proteine, die die Gesundheit sensibler Tiere gefährden können.

8. Fütterung der Futtertiere

Doch nicht nur die Auswahl der Futtertiere, sondern auch deren Herkunft und Aufzuchtbedingungen spielen für das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung von Chamäleons eine Rolle. Da die Echsen den Darminhalt ihrer Beutetiere mitfressen, muss bereits die Nahrung der Insekten und Weichtiere höchsten Ansprüchen gerecht werden. Im Idealfall werden sie mit vitaminreichem Obst und Gemüse versorgt, dessen Inhaltsstoffe damit indirekt auf das Chamäleon übergehen.
So gesehen spricht nichts dagegen, das Futter für die Chamäleon-Haltung selbst zu fangen oder zu züchten. Du nutzt damit die Möglichkeit, Deinen Tieren besonders hochwertige und verträgliche Beutetiere anbieten zu können. Während Du deren Nahrung gut überwachen kannst, sind in Zoohandlungen angebotene Insekten häufig mit Schadstoffen belastet. Das rührt daher, dass sie bei unzureichendem Futterangebot ihre Zucht- oder Transportboxen anfressen und damit Klebstoff, Bleiche oder andere Papierzusätze aufnehmen.
Beziehe die Futtertiere, die Du im Rahmen der Chamäleon-Haltung anbieten willst, also grundsätzlich nur von Händlern, deren Bezugsquellen Du absolut vertraust.

9. Hinweise zur Häutung

Chamäleon häutet sich Um sich zu häuten, benötigt das Chamäleon raue Dinge, an denen es sich reiben kann

Hierzu gehören neben den Möglichkeiten zur Futter- und Wasseraufnahme bzw. zum artentsprechenden Klettern oder Verstecken auch Einrichtungen zur Hautpflege bzw. zum Unterstützen des regelmäßigen Hautwechsels.
Da die obere Hautschicht von Chamäleons aus abgestorbenen Keratinzellen besteht und sich dem lebenslangen Längenwachstum nicht anpassen kann, muss sie von Zeit zu Zeit erneuert werden. Dazu benötigen die Tiere ausreichend raue Objekte, an denen sie sich reiben können, um lose Hautschuppen abzustreifen. In der Regel nutzen sie zu diesem Zweck die Rinde von Bäumen, die Oberfläche von Steinen oder überhängende Pflanzenteile.
Achte also darauf, dass die Terrarien- bzw. Zimmer-Einrichtung auch diesen Ansprüchen gerecht wird. Beachte als Halter außerdem, dass sich das Verhalten der Tiere und das Aussehen der Haut unmittelbar vor der Häutung ändern: Die Futteraufnahme wird verringert oder ganz eingestellt und einschießende Lymphflüssigkeit verleiht der eigentlichen Farbe des Chamäleons einen milchigen Ton.

Im Gegensatz zur Schuppenschicht der Haut wechselt das Chamäleon seinen Zahnbestand übrigens nicht. Es gehört zur Gruppe der Tiere, die entsprechende Verluste nicht kompensieren können. Abgebrochene oder ausgefallene Zähne hinterlassen im Gebiss lebenslange Lücken.

10. Mögliche Erkrankungen

Falsche Ernährung kann bei Chamäleons eine Reihe typischer Beschwerden hervorrufen. Zu den am häufigsten auftretenden Krankheiten zählen:

  • Gicht:
    Basiert die Chamäleon-Haltung auf (zu) proteinreicher Kost oder steht den Tieren nicht genug Trinkwasser zur Verfügung, steigen die Harnsäurewerte des Blutes an. Bei einem dauerhaft erhöhten Level bilden sich Kristalle, welche sich in den Gelenken ablagern und so zu schmerzenden Gliedmaßen führen. Um Gichterkrankungen bei Chamäleons vorzubeugen, empfehlen Experten proteinarmes Futter und eine stets ausreichende Zufuhr von Sprüh- oder Trinkwasser.

  • Rachitis:
    Vor allem junge Tiere bilden bei anhaltendem Vitamin- und Mineralstoffmangel eine Rachitis aus. Vorbeugende bzw. gegensteuernde Maßnahmen sind die Verlängerung der Beleuchtungszeit und die Erhöhung des UV-Anteils sowie die Gabe vonVitamin- und Calciumpräparaten.

Darüber hinaus leiden gerade aus Wildbeständen stammende Chamäleons überdurchschnittlich häufig an:

  • Parasiten:
    Um deren Einschleppung ins heimische Terrarium und den Befall eventueller Mitbewohner zu vermeiden, solltest Du neu erworbene Tiere fachmännisch untersuchen lassen und für etwa vier Wochen in Quarantäne halten.

11. Verhalten und Kommunikation

Chamäleon sitzt auf einer Hand Damit sich das Chamäleon nicht bedroht fühlt, empfiehlt sich eine Annäherung von unten

Außer über die Einzelheiten zur optimalen Umgebung solltest Du Dich als zukünftiger Chamäleon-Halter zusätzlich über das natürliche Verhalten Deiner Schützlinge informieren, denn es liefert Dir wichtige Anhaltspunkte für den Umgang mit dem neuen Haustier.
So fühlen sich Chamäleons als typische Beute von Schlangen und Greifvögeln bei Zugriffen von oben per se bedroht. Beim Versuch, die Tiere handzahm zu machen oder hochzuheben empfiehlt sich also eine Annäherung von unten: Schiebe dem Chamäleon die Hand unter die Vorderfüße und lass es selbstständig darauf klettern.

Sind die Echsen Kontakt bereits gewohnt, können sie sogar zwischen ihrem Halter bzw. Pfleger und anderen Personen unterscheiden. Dabei äußern sie durchaus Vorlieben und Sympathien: Bei Menschen, die sie nicht kennen oder nicht mögen, zeigen sie charakteristische Abwehr- und Drohgebärden wie seitliches Wegdrehen, Aufblähen oder Fauchen.
Erfolgt die Chamäleon-Haltung in einem Haushalt, in dem Kinder leben, solltest Du diesen die Signale der Tiere erläutern. Du trägst damit nicht nur zum Verständnis für die Bedürfnisse der Tiere bei, sondern ersparst den Chamäleons auch kräfteraubende Stress-Situationen - in denen die zahnbewehrten Echsen durchaus auch zubeißen können!

12. Fortpflanzung und Nachzucht

Sich paarende Chamäleons Da Chamäleons Einzelgänger sind, dulden sie nur in der Paarungszeit einen Partner

Sofern sich die Tiere gut eingelebt haben und im Rahmen der Chamäleon-Haltung optimale Bedingungen vorfinden, pflanzen sie sich auch in menschlicher Obhut fort. Als ausgewiesene Einzelgänger suchen und dulden sie jedoch nur in der Paarungszeit einen Partner. Bei der Vergesellschaftung solltest Du daher ein besonders wachsames Auge auf Deine Schützlinge haben. Je nachdem welcher Art die von Dir gehaltenen Chamäleons angehören, legt das Weibchen rund vier Wochen nach der Begattung bis zu 35 Eier. Diese werden im Boden vergraben und reifen dort zu vollentwickelten Jungen heran.
Bei Tieren aus kälteren Regionen kann es sich auch um sogenannte Ovoviviparen handeln, die lebenden Nachwuchs zur Welt bringen. In beiden Fällen versorgen sich die kleinen Chamäleons von Geburt an selbst. Dabei bringen sie nach vier bis sechs Wochen bereits das Vierfache ihres ursprünglichen Gewichtes auf die Waage.
Ab einem Alter von rund zwei Monaten können die Jungtiere voneinander getrennt und in verantwortungsvolle Hände abgegeben werden; reifen danach aber noch weitere drei bis vier Monate zu adulten Chamäleons heran. Diese Entwicklung ist durch den Wechsel vom Jugend- zum Erwachsenenkleid gekennzeichnet, an dem Du auch das ungefähre Alter eines Tieres erkennen kannst.

13. Sagen und Legend

Dem ewigen Kreislauf des Lebens werden Chamäleons jedoch nicht nur im Zuge ihrer natürlichen Fortpflanzung gerecht. In ihrer afrikanischen Heimat sind die possierlichen Echsen Protagonisten zahlreicher Sagen und Legenden, die ihnen die unglaublichsten Fähigkeiten nachsagen. Möchtest Du Freunde und Verwandte neben Deinem Wissen über Chamäleon-Haltung auch mit Kenntnissen über die mythologische Bedeutung Deines Haustieres verblüffen, dann gib doch einfach eine der folgenden Geschichten zum Besten:

  • Chamäleons als Götterboten:
    Einst beauftragten die Götter das Chamäleon, den Menschen Unsterblichkeit zu verkünden. Da das hungrige Tier unterwegs jedoch immer wieder Fresspausen einlegte, wurde es zwischenzeitlich von einem Vogel überholt, der die Botschaft der Sterblichkeit überbrachte. Dem zwar eher entsandten, aber viel später eintreffenden Chamäleon glaubten die Menschen kein Wort und müssen seitdem nach Ablauf ihrer Lebenszeit sterben.

  • Chamäleons als Heiler und Heilmittel:
    Gelbes Chamäleon In ihrer afrikanischen Heimat wird davon ausgegangen, dass Chamäleons Krankheiten bei Menschen erkennen können. In Afrika dient Chamäleon-Haltung bis heute auch medizinischen Diagnosen und Behandlungen. Während auf den Kopf der Patienten gesetzte Tiere das Erkennen von Krankheiten unterstützen sollen, werden ihre getrockneten und pulverisierten Überreste zu Heilungszwecken eingesetzt. Die Wirksamkeit dieser Methoden darf selbstverständlich angezweifelt werden.

  • Chamäleons als Symbol für den Verlauf der Zeit:
    Ihr Vermögen nach hinten, zur Seite und nach vorn schauen zu können, erhebt Chamäleons in Afrika zum Zeichen der Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese Deutung gehört zu einem der besten Gründe, sich für artgerechte Chamäleon-Haltung einzusetzen und schreibt Deinem Haustier eine ganz neue, sympathische Rolle zu.

 

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