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Der Tigerpython - Haltung, Ernährung und Zucht

Steckbrief

Lateinischer Name Python molurus
Herkunft Tropen und Subtropen Süd- und Südostasiens
Lebenserwartung Circa 25 Jahre
Länge Durchschnittlich zwischen 3 und 4 Metern,
maximal 6 Meter
Gewicht Bis zu 90 Kilogramm
Aktivität Dämmerungs- und nachtaktiv
Schutzstatus Keiner - Nicht meldepflichtig
Besonderheiten Nicht giftig
Tigerpython Der Tigerpython gehört zu den größten Schlangen der Welt.

Merkmale des Tigerpythons

Der Python stammt aus unterschiedlichsten Lebensräumen Pakistans, Nepals, Indiens, Sri Lankas, Chinas, Indonesiens, Bhutans, Thailands, Kambodschas und von Laos. Dazu zählen Regen- und Monsunwälder, Graslandschaften sowie steiniges und trockenes Land. Gewässernähe ist dabei stets Voraussetzung.
Der mächtige Tigerpython gehört mit Längen bis zu 6 Metern zu den größten Schlangen der Welt. Die durchschnittliche Länge beträgt 3,2 Meter. Die Lebenserwartung in Gefangenschaft liegt bei durchschnittlich 25 Jahren, selten höher. Tigerpythons sind schlank und kräftig gebaut, Weibchen sind dabei stets größer und schwerer als Männchen. Kopf und Schwanz sind jeweils sehr mächtig. Die Grundfarbe des Pythons ist hell, an den Seiten blasser. Der Rücken und die Seiten sind von 30 bis 38 großen, rechteckigen Flecken gezeichnet.
Das Wesen des Pythons ist kaum bis gar nicht aggressiv. Erst, wenn er sich angegriffen oder gestört fühlt, verteidigt er sich mit schmerzhaften Beißattacken. Durch ihre ruhige Art gehen Menschen oft fahrlässig mit der großen Schlange um. Dadurch kam es schon zu Todesfällen, als Besitzer von ihrer Schlange erwürgt wurden.

Systematik und Unterarten

Der Tigerpython, wissenschaftlich Python molurus, gehört zu den Eigentlichen Pythons (Python) aus der Unterfamilie der Pythons (Pythoninae), die zu den Riesenschlangen (Boidae) gehören.
Es existieren zwei Unterarten. Der Helle Tigerpython (P. m. molurus) stammt aus den westlicheren Gebieten des Verbreitungsgebietes, vor allem Indien. Er wird durchschnittlich 2,7 Meter lang und ist in der Grundfarbe weiß bis beige. Der Dunkle Tigerpython (P. m. bivittatus) wird durchschnittlich 3,7 Meter lang und stammt aus den östlichen Gebieten. Seine Grundfarbe und die Zeichnungen sind generell dunkler als die des Hellen Tigerpythons. Die Arten können zusammen gehalten werden.

Haltung

Tigerpython Da der Tigerpython gerne klettert, sollten ihm auch im Terrarium Äste zur Verfügung stehen.

Der Tigerpython wird ein immer beliebteres Heimtier. Zu beachten ist, dass eine Haltung ohne Genehmigung wegen des in Deutschland geltenden Gefahrenabwehrrechts bei groß werdenden Schlangen nicht möglich ist.
Wie alle Schlangen sollte der Tigerpython in einem Terrarium gehalten werden. Die Größe ergibt sich aus der Länge der Schlange – diese wird bei Körperlängen bis 2,5 m mit 1 × die Länge, 0,5 × die Breite und 0,75 × die Höhe errechnet. Bei Körperlängen über 2,5 m geht die Rechnung mit 0,75 × 0,5 × 0,5. Die Temperatur muss tagsüber 28–32 °C betragen, nachts 22–25 °C.
Für den Untergrund eignen sich Buchenspäne und Hanfpellets. Da diese häufig anfangen zu schimmeln, ist es wichtig den Untergrund regelmäßig zu erneuern. Das restliche Terrarium sollte mit ausreichend Kletter- und Versteckmöglichkeiten ausgestattet sein. Außerdem benötigt der Tigerpython ein ausladendes Wasserbecken mit einer Temperatur von 27°C.

Ernährung des Tigerpythons

In freier Wildbahn fängt der Tigerpython seine Beute, in dem er sie mit seinen spitzen Fangzähnen packt. Danach wickelt er sich um sein Opfer und drückt dieses zusammen, bis es erstickt. Falls notwendig kann der Tigerpython den Würgegriff für mehr als eine Stunde aufrechterhalten. Dabei frisst die Schlange alles, was sie überwältigen kann. Das Spektrum hierbei reicht von Säugetieren und Vögeln bis zu wechselwarmen Echsen und Amphibien. Je größer die Schlange ist, desto größer sind auch ihre Beutetiere. So wurde beispielsweise beobachtet, wie große Exemplare einen Schweinshirsch samt Hörnern oder einen kleinen Leopard verspeisten. Bei solch großer Beute kann das Verschlingen mehrere Stunden andauern. Auch die Verdauung nimmt mehrere Tage in Anspruch. So benötigt ein über 5 Meter großer Tigerpython im Tierpark Berlin für ein 25 Kilogramm schweres Schwein 23 Tage. In Laboruntersuchungen fand man heraus, dass der Herzmuskel um 40 % und die Dünndarmschleimhaut um 35 % vergrößert werden kann, um die Verdauung zu beschleunigen.
Im Terrarium wird der Tigerpython meist mit Kleinsäugern wie Ratten, Kaninchen oder Meerschweinchen gefüttert. Empfehlenswert ist hierfür einen Ort außerhalb des Terrariums für die Fütterung zu wählen und die Schlange während dem Fressen zu überwachen.

Fortpflanzung und Zucht

Tigerpython Tigerpython Weibchen umringen ihre gelegten Eier, um sie warm zu halten.

Die Paarung findet zwischen Dezember und Februar statt. Die Männchen werden dabei durch einen Sexuallockstoff in Bereitschaft versetzt. Um die Absonderung dieses Stoffes im Terrarium zu stimulieren, müssen Sie den Winter simulieren und die Temperatur um etwa 2 °C absenken. Das Weibchen ist nach erfolgreicher Befruchtung ca. zwei bis vier Monate trächtig. Nach dieser Zeit werden acht bis 30 Eier gelegt. Diese werden vom Weibchen ausgebrütet, indem es sie umringt und durch Muskelzittern warm hält. Während dieser Zeit frisst es nicht und bleibt im Nest. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa zwei Monaten bei einer Länge von 40-60cm.

 

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