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Warum ist die Intimpflege in der Schwangerschaft wichtig und was muss ich beachten?

Bild schwangere Frau hält Babybauch In der Schwangerschaft werden Gerüche anders wahrgenommen. (Einfach klicken zum Vergrößern)

Intimpflege während der Schwangerschaft

Werdende Mütter müssen sich infolge der Schwangerschaftshormone auf viele Veränderungen einstellen. So nehmen Schwangere beispielsweise Gerüche viel stärker wahr als andere Frauen und geraten in der Regel bereits bei geringen Anstrengungen ins Schwitzen.  Die tägliche Pflege des weiblichen Intimbereichs sollte insbesondere in der Schwangerschaft obligatorisch sein – wir klären die Hintergründe auf.

Die Schwangerschaft bringt Veränderungen mit sich

In der Schwangerschaft steigt der pH-Wert aufgrund der hormonellen Veränderungen. Von dieser Situation profitiert vor allem der sehr unbeliebte Candida albicans - ein Pilz, der sich häufig im Organismus breitmacht. Hat er den gesunden Körper noch nicht erreicht, findet er nun in der Schwangerschaft den idealen Nährboden. Aus genau diesem Grund leiden viele Frauen nur während der Schwangerschaft unter einer Pilzinfektion. Und eines sollte gleich an dieser Stelle geklärt werden: Eine Pilzinfektion bedeutet kein Mangel an Körperhygiene! Zusätzlich arbeitet das Immunsystem der Frau auf Höchstniveau. Selbst ein gut gestärkter Organismus gibt unter den völlig neuen Bedingungen irgendwann einmal auf. Doch glücklicherweise sind Erkältungen, Müdigkeit oder Pilzinfektionen nur eine Frage der Zeit. Diese Fähigkeit haben wir Mutter Natur zu verdanken. Denn alsbald gewöhnt sich der Körper an die neue Situation und geht meist gestärkt daraus hervor.

Ein genauerer Blick: Die Intimpflege in der Schwangerschaft

Grundsätzlich verläuft die Körperpflege wie in allen anderen Zeiten auch. Es wird geduscht und gebadet. Es kann durchaus möglich sein, dass Sie häufiger das Bedürfnis haben zu baden. Gehen Sie Ihren Wünschen nach und verwöhnen Sie Ihren Körper. Insbesondere das leichte Körpergefühl im Wasser verhilft zu angenehmer Entspannung. Badezusätze sollten nicht zu üppig verwendet werden. Wählen Sie hier pH-freundliche Seifen oder Schaumbäder aus. Das betrifft vor allem Frauen, deren Haut in der Schwangerschaft plötzlich sehr trocken wird. Sehr wohltuend für spannende Haut sind ebenso Dusch- oder Badeöle. Sie reizen weniger und entziehen der Haut nicht so viel Feuchtigkeit. Jede Frau reagiert anders und Sie im Laufe der Zeit werden Sie merken, ob Ihnen die Dusche oder das Bad mehr zusagt. Auch die Wahl der Duschgels und Badeöle ist schnell gefunden.

Das gesunde Mikroklima erhalten

Optimal ist die tägliche Reinigung des Intimbereichs durch warmes Wasser und einen Waschlappen. Beachten Sie hierbei aber, dass der Waschlappen nach jedem Gebrauch gewaschen bzw. gewechselt werden sollte. Es bietet sich deshalb an, einfach nur die Hand für das Waschen zu benutzen.

Ähnlich wie beim Toilettenpapier gehen Sie nach der Regel "von vorn nach hinten waschen" vor. Damit vermeiden Sie, dass sich Bakterien und Erreger aus dem Analbereich im Schambereich niederlassen können. Zusätzlich kann eine speziell auf die Intimhygiene abgestimmte Intimwaschlotion verwendet werden. Sie stört das empfindliche Mikroklima nicht, schont den Säureschutzmantel und hinterlässt ein angenehmes Sauberkeitsgefühl. Der Säureschutzmantel hat bereits die Funktion, bestimmte Keime zu zerstören. Deshalb sollten Sie auf keinen Fall mit zu viel Seife den Intimbereich waschen, denn mehr hilft in diesem Falle nicht mehr. Aus gleichem Grund haben Intimwaschlotionen einen besonders niedrigen pH-Wert. Sollten Sie unter unangenehmen Ausfluss leiden, dann ist das warme Wasser ohne Seife besser als zu viel.

Zum Trocknen des Intimbereichs sollten Sie übrigens ein weiches Handtuch nehmen. Tupfen Sie alles sanft trocken. Das Handtuch sollte nur für die Intimpflege verwendet werden und ebenfalls regelmäßig gewaschen werden.

Hygienemaßnahmen: Regelmäßiges Waschen mit milden Pflegemitteln

Experten empfehlen ein pH-neutrales Duschgel, das frei von etwaigen Parfümzusätzen sein sollte und somit den Schutzmantel der Haut aufrechterhält. Da die Scheide mithilfe dieses natürlichen Säureschutzmantels schädliche Keime, Viren und Bakterien fernhält, dürfen Sie es mit der Intimhygiene nicht übertreiben. Der häufigste Fehler in der Intimhygiene ist eine zu intensive Reinigung der Genitalzone. Der Scheideneingang sollte beim Waschen ausgespart bzw. vorsichtig gesäubert werden. Vaginalduschen zerstören die Milchsäurebakterien, die als natürliche Abwehr gegen etwaige Angreifer (Keime/Bakterien/Viren) agieren! Selbiges gilt für Intimlotionen und -sprays als auch Slipeinlagen. Da schwangere Frauen häufig unter vermehrten Ausfluss leiden, sollten Sie bei Bedarf auf unparfümierte, luftdurchlässige Einlagen (bestenfalls aus Naturfasern) zurückgreifen und diese kontinuierlich wechseln.

Bild Babybauch im Wasser Bei einem Bad sollte pH-freundliche Seifen oder Schaumbäder verwendet werden.

Tipp: Waschen Sie Ihren Intimbereich jeweils am Morgen und am Abend mit lauwarmem Wasser. Besondere Vorsicht gilt beim Haare waschen während des Duschens: Das meist stark alkalische Haarshampoo kann bei häufigem Kontakt mit der Intimzone der Scheidenflora dauerhaft schaden – die Haare sollten entsprechend mit vornüber gebeugtem Kopf gewaschen werden. Tupfen Sie den äußeren Schambereich mit einem extra Handtuch vorsichtig trocken. Dieses Handtuch sollten Sie regelmäßig wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen.

Welche Hilfsmittel verwende ich zur Pflege des Intimbereichs?

Ihr wichtigster Begleiter ist die Intimwaschlotion, ein Waschlappen und ein Handtuch. Beides wird nur zur Pflege des Intimbereichs genutzt. Ferner sollten Sie mehrere Waschlappen im Haus haben und diesen nach spätestens einer Woche in der Waschmaschine waschen. Auch das Handtuch wird nur von Ihnen und nur zur Trocknung der Schamgegend genutzt. Was für den Waschlappen gilt, kommt auch beim Handtuch zum Tragen: Länger als eine Woche wird es nicht genutzt, sondern kommt in die Wäsche. Bedenken Sie, dass der Schambereich eine hohe Anzahl von Bakterien enthält, die sich bei der Körperpflege auf die Utensilien ausbreiten. Eine gewisse Anzahl von Bakterien ist völlig normal, doch Feuchtigkeit und Wärme sorgen dafür, dass diese sich beachtlich vermehren können. Bei zu häufiger Verwendung gehen Sie das Risiko ein, dass diese Bakterien sich wieder im Intimbereich festsetzen können.

Die optimale Bekleidung

Die Haut muss richtig atmen können – das gilt auch für die Haut im Intimbereich. Während der Schwangerschaft sollten Sie locker sitzende sowie möglichst luftige Hosen bzw. Röcke tragen. Vermeiden Sie hautenge Jeans oder gar String Tangas, da diese die Luftzirkulation unterbinden. Auch Unterwäsche aus Kunstfasern sollten Sie vorerst aus Ihrem Kleiderbestand aussortieren. Synthetische Materialien schaffen ein feucht-warmes Klima und begünstigen die Vermehrung von Pilzen und Bakterien. Geeigneter sind aus Baumwolle oder Naturmaterialien gefertigte Kleidungsstücke – Baumwolle nimmt dem Schweiß auf und garantiert eine gute Durchlüftung. Für Schwangere gibt es auch speziell angefertigte Umstandsmode auf die Sie zurückgreifen können.

Das ist wirklich tabu in der Schwangerschaft!

Keinesfalls sollten Sie Vaginalduschen anwenden. Sie zerstören das sensible Mikroklima mit wichtigen Milchsäurebakterien und bieten erst recht eine gute Grundlage für Pilzinfektionen. Verzichten Sie in diesem Sinne auch auf parfümierte Seifen oder Intimsprays. Ihrem wachsendem Baby tun Sie mit übereifriger Hygiene keinen Gefallen. Sofern Sie hin und wieder Slipeinlagen verwenden, sollten diese ebenfalls frei von Parfümstoffen sein.

Folgen einer falschen Intimhygiene

Das Risiko zu Scheideninfektionen ist während der Schwangerschaft zwar hoch, aber in der Regel nicht gefährlich. Im Grunde genommen kann Ihnen nicht viel passieren. Es kann sich eine Pilzinfektion entwickeln, eine hohe Anzahl von Bakterien ansiedeln oder die Ausfluss mit unangenehmen Geruch hinterlassen. Um ein Infektionsrisiko zu minimieren, achten Sie neben der Körperpflege auch auf täglich neue Wäsche. Meiden sollten Sie Dampfbäder oder Whirlpools während der Schwangerschaft. In diesem Fall ist die heimische Badewanne besser geeignet. Es gibt nur wenige Fälle, bei denen eine Infektion für das ungeborene Kind gefährlich ist, da es sicher in der Fruchtblase liegt. Dennoch sollten Sie bei starken Rötungen, Jucken und einem unangenehm riechendem Ausfluss besonders auf die Intimhygiene achten und einen Arzt oder die Hebamme aufsuchen. Dieser kann eine Diagnose stellen und überprüfen, dass es dem Baby gut geht.

Infektionen im Intimbereich: Gefahr für Mutter und Kind

Bild Babybauch mit Mama und Papa Die Intimpflege ist wichtig für die Gesundheit von Mutter und Kind.

In der Schwangerschaft durchläuft der weibliche Körper eine Reihe an hormonellen Veränderungen. Die sogenannten Schwangerschaftshormone wirken sich u. a. auch auf das Scheidenmilieu aus: Der pH-Wert steigt an und die Abwehrkräfte werden geschwächt, sodass Pilze, Viren und Bakterien leicht angreifen können. Viele Schwangere leiden in der Folge an einer bakteriellen Vaginose – etwa die Hälfte der Schwangeren erkrankt (meist jedoch ohne Beschwerden). Symptome sind Rötungen, Brennen, Jucken und verstärkter Ausfluss. Eine solche Infektion kann auch für das ungeborene Kind im Mutterleib gefährlich sein und z. B. eine Früh- oder gar Fehlgeburt auslösen. Deshalb ist die regelmäßige Kontrolle des pH-Werts der Scheide wesentlich. Besteht ein Verdacht auf eine vaginale Infektion, verschreibt der Arzt in der Regel Antibiotika. Alternativ können ätherische Öle Abhilfe schaffen. Weitere Informationen erhalten Sie von dem Sie betreuenden Frauenarzt.

Goldene Regeln für eine gesunde Scheidenflora:

  • Wechseln Sie täglich Ihren Slip und kaufen Sie aus Naturfasern gefertigte Unterwäsche. Verzichten Sie auf Synthetik!
  • Waschen Sie Ihren Genitalbereich mit lauwarmem Wasser und verwenden Sie pH-neutrale Produkte. Vergessen Sie dabei das gründliche Abtrocken nicht!
  • Vaginalspülungen sollten nur auf Anraten des Arztes vorgenommen werden.
  • Verbannen Sie Intimdeos und parfümierte Slipeinlagen aus Ihrem Badschrank.
  • Bei Veränderungen des Scheidensekrets (Farbe/Geruch/Beschaffenheit) müssen Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen.

 

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